Die Verzweiflung war buchstäblich mit den Händen zu greifen. Während der scharfen Bitcoin- und Altcoin-Korrektur Ende September beschworen Krypto-Analysten und Influencer ihre Follower, doch bitte nicht ausgerechnet jetzt in Panik zu verkaufen – sondern auch noch dieses letzte Stück Wegs bis zum verheißungsvollen vierten Quartal durchzuhalten.
Die Tage bis zum Oktober wurden ungeduldig heruntergezählt. Statistiken zu Bitcoins saisonaler Stärke im letzten Jahresviertel zu Durchhalteparolen umgedichtet. Und tatsächlich: Kaum hatte der Oktober begonnen, schnellte BTC wie von Zauberhand auf ein neues Allzeithoch von gut 125 000 US-Dollar.
Im Durchschnitt der letzten Jahre ist der Oktober einer der besten Bitcoin-Monate überhaupt. Ethereum performt deutlich schwächer...
Kann es wirklich so einfach sein? Hat es tatsächlich nur diesen Monatswechsel gebraucht, um Bitcoin aus der Sommerpause zu holen und dem halbtot dahindümpelnden Altcoin-Sektor frisches Leben einzuhauchen? Kann diese Rallye mehr sein als eine kurze Eruption der Euphorie tausender Krypto-Fans, die sich nichts sehnlicher gewünscht haben als den Anbruch dieses verheißungsvollen vierten Quartals?
Blickt man auf Daten und technische Muster wird schnell klar: Der fulminante Start in den Oktober muss noch lange nicht das Ende der Fahnenstange gewesen sein. Dafür gibt es sechs gute Gründe. Für kleinere Kryptowährung ist das nicht unbedingt eine gute Nachricht.
Grund 1: Saisonalität
Für viele Krypto-Fans war 2025 bisher ein Jahr zum Vergessen. Vor allem Altcoin-Investoren kamen gehörig unter die Räder. Im Frühjahr – eigentlich die statistisch stärkste Jahreszeit für Ethereum – erlebte der breite Kryptosektor die schärfste Korrektur seit dem Bärenmarkt. Viele kleinere Kryptowährungen erreichten neue Zyklustiefs, Ethereum fiel deutlich unter 2000 Dollar.
Bitcoin rettete sich nach dem April-Dip zwar rasch wieder über die psychologisch wichtige 100 000-Dollar-Marke zurück, Ethereum und vor allem Altcoins blieben aber schwach. Der Spätsommer brachte zumindest bei ETH eine Annäherung an alte Rekordstände, die Altcoin-Euphorie scheint aber schon wieder verflogen.
... holte in den letzten Bullruns aber jeweils im Frühjahr nach dem BTC-Top auf. Wiederholt sich dieses Muster auch 2025?
Auch der Blick von außen auf den Kryptomarkt war nicht besonders berauschend. Klar, Bitcoin hielt sich überraschend solide oberhalb der 100 000 Dollar – große Bullrun-Stimmung kam dabei aber bislang nie auf. Wo sind sie hin, die explosiven Krypto-Rallies? Wo ist sie, die verrückte Gier, die 2021 zum NFT-Hype und zur letzten Altcoin-Season geführt hatte? Wo bleiben die Kleinanleger?
Die einleuchtendste Antwort auf diese Frage findet sich im Aktienmarkt – und gleichzeitig auch der Grund, warum Krypto in den letzten Monaten so frustrierend war. Das Problem ist, wie so oft, der Vergleich. Während Technologie-Aktien wie Nvidia, Palantir oder Intel große Sprünge machten, kletterte Bitcoin gemächlich aufwärts und schubste die Altcoins mit jedem kleinen Rücksetzer immer tiefer in die Bedeutungslosigkeit.
Oktober-Saisonalität: Die Bitcoin-Dominanz steigt für gewöhnlich zum Start von Q4, während die Stablecoin-Dominanz sinkt. Heißt: BTC performt besser als alle anderen Kryptos.
Krypto ist nicht mehr das schnellste Pferd im Börsenstall. In den letzten Jahren waren nicht nur Tech-Aktien sondern sogar Gold und Silber über weite Strecken spannender als Bitcoin. Da ist es kein Wunder, dass die Euphorie früherer Zyklen fehlt – und dass die Risikofreude im Markt (bis jetzt) nicht nachhaltig wächst, was vor allem Altcoins belastet. Warum sollte man auf hochriskante Blockchain-Startups wetten, die ohnehin stetig abverkaufen, wenn man mit regulierten US-Aktien deutlich mehr Rendite erwirtschaften kann?
Wer in Altcoins investiert hat, fühlt sich gerade wie auf einem lahmen Get-Together, während aus dem Nebenraum unablässig Jubelrufe und die Partystimmung des Aktienmarktes zu hören ist. Es ist frustrierend, wenn die eigene Anlageklasse stetig fällt, während vermeintlich konservative Investoren einen Rekord nach dem nächsten feiern. So frustrierend diese Situation aber auch scheinen mag – diese Vorzeichen könnten sich bald ändern. Und das liegt nicht nur daran, dass Bitcoin im vierten Quartal traditionell gut performt.
Grund 2: Lockere Geldpolitik der Fed
Warum sind die größten Wallstreet-Aktien und der Goldkurs seit Monaten auf Rekordjagd, während der breite Kryptomarkt nicht in die Gänge kommt? Eine wichtige Antwort auf diese Frage gibt die aktuelle makroökonomische Unsicherheit. Nach den Finanzspritzen der Corona-Krise und der anschließenden Inflationswelle hatte die US-Notenbank Federal Reserve im Frühsommer 2022 angefangen, die Zinsen zu erhöhen und damit die Krypto-Euphorie der letzten Altcoin-Season jäh abgewürgt. Wer danach rasche Zinssenkungen erwartete, wurde enttäuscht.
Aktuell liegt der Fed-Zinssatz bei 4.25 Prozent. Lockere Geldpolitik ging 2021 mit der heißen Phase der Altcoin-Season einher.
Immer noch sind die Zinsen deutlich oberhalb des Normalniveaus von zwei bis drei Prozent. Die Geldpolitik ist straff. Außerdem baut die Fed weiterhin ihre Bilanz (also quasi ihr Wertpapierportfolio) ab, verkauft also Assets und nimmt im Gegenzug Dollar-Reserven ein, wodurch die verfügbare Liquidität weiter verknappt wird. Das sorgt für Stress im ökonomischen System, weil vor allem kleinere Unternehmen in Finanzierungsnot kommen.
Wie sehr die straffe Geldpolitik auf der Wirtschaft lastet, zeigte sich erst kürzlich in massiv verschlechterten Arbeitsmarktdaten. Die Rezessionsangst kochte wieder hoch, gleichzeitig wuchs die Hoffnung auf frische Liquidität – eine perfekte Mischung für Gold und vermeintlich sichere Anlagen wie Top-Aktien. Erleichterung dürfte aber schon bald kommen: Bis Ende des Jahres werden zumindest zwei weitere Zinssenkungen erwartet. Ein Stopp der quantitativen Straffung könnte hinzukommen.
Lockere Geldpolitik führt in der Regel zu Optimismus. Überstieg der PMI in der Vergangenheit die Wachstumsschwelle von 50 Punkten, ging BTC in die heißeste Phase.
Die Aussicht auf weitere geldpolitische Lockerung tut dem gesamten US-Markt gut – und Bitcoin reagiert in der Regel sehr positiv auf wachsenden Optimismus in der US-Wirtschaft. Das zeigt die Korrelation mit dem US-Einkaufsmanagerindex (PMI).
Werte über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten zeigen eine positive Einstellung in der breiten Wirtschaft. Das ging in der Vergangenheit mit geldpolitischer Lockerung und gleichzeitig steilen Bitcoin-Anstiegen einher. Aktuell wartet der Einkaufsmanagerindex auf einen positiven Ausbruch – so lange wie nie zuvor in den letzten Zyklen. Ein möglicher Grund, warum sich dieser Krypto-Bullrun so langsam und unspektakulär anfühlt.
Grund 3: Liquidität explodiert
Was passiert, wenn die Fed ihre Zinsen kürzt und die geldpolitische Straffung beendet? Genau: Frische Liquidität fließt ins System, weil Kredite günstiger werden. Das steigert nicht nur den gesamtwirtschaftlichen Optimismus und die finanziellen Möglichkeiten der breiten Masse (etwa durch Lohnerhöhungen und neue Jobs), sondern sorgt auch dafür, dass Anleger verstärkt auf riskantere Assets zurückgreifen. Mit den Zentralbankzinsen sinken auch die Renditen für Staatsanleihen, spekulativere Anlagen werden wegen ihrer Volatilität und Wachstumschancen bei wachsender Liquidität attraktiver.
Die globale Geldmenge und Bitcoin liefen bis Sommer im Gleichschritt. Seitdem saugt Gold den Großteil der Liquidität auf.
Der Kryptomarkt und vor allem Bitcoin reagieren sehr sensibel auf Veränderungen in der globalen Liquidität. Das trat in diesem Zyklus besonders eindrücklich zutage, als Bitcoin über weite Strecken des Jahres 2024 und auch in der ersten Jahreshälfte 2025 eng mit der globalen Geldmenge M2 korrelierte.
Diese Korrelation ist im Sommer allerdings abgerissen – zu dem Zeitpunkt, als Gold zur explosiven Rallye in Richtung 4000 Dollar ansetzte. Die nötige Liquidität für deutliche Bitcoin-Preissteigerungen wäre also da, fließt aktuell aber (noch) in defensivere Assets wie Gold.
Auch im Kryptomarkt wächst die Liquidität unablässig. Die Marktkapitalisierung des Top-Stablecoins Tether schreibt neue Rekorde.
Aber nicht nur in der echten Welt wächst die Liquidität stetig. Auch im Kryptomarkt selbst erreicht die Menge an investierbarem Geld, gemessen an der Marktkapitalisierung der größten Stablecoins, immer neue Rekordstände. Der Bullenmarkt 2021 wurde von einem ähnlichen Muster begleitet: Bitcoin erreichte sein Top erst, als sich der nahezu vertikale Anstieg der Stablecoin-Marktkapitalisierung verlangsamte. Aktuell wird die Ausgabekurve frischer Stablecoins nur steiler.
Grund 5: Schwacher US-Dollar
Eine Lockerung der Geldpolitik, wachsende Liquidität und ein wirtschaftlicher Aufschwung gehen in der Regel mit einer Schwächung des US-Dollars im Vergleich zu anderen Währungen einher (dargestellt im US-Dollar-Index DXY).
Historisch betrachtet punktet Bitcoin stets in solchen Schwächephasen. Bereits der Bullrun 2013 geschah, während der US-Dollar an Stärke verlor. Besonders bedeutsam für die aktuelle Situation ist jedoch der Vergleich mit dem Jahr 2017. Kurz vor Jahresbeginn 2017 begann Donald Trumps erste Amtszeit. Und der US-Dollar durchlief ein nahezu identisches Muster wie 2025.
Zufall? Der Dollar-Index verhält sich fast genauso wie in Donald Trumps erster Amtszeit 2017. Also in der Phase, bevor Bitcoin sein Bullrun-Top erreichte.
Auch 2017 sorgte Donald Trump mit Strafzöllen und protektionistischen Maßnahmen für Verunsicherung und eine kurzfristige Stärkung des US-Dollars. Von Anfang 2017 bis zum Bitcoin-Zyklustop im Dezember desselben Jahres fiel der DXY dann aber scharf. Unterbrochen wurde die Korrektur lediglich von einer kurzen, aufwärtsgerichteten Gegenbewegung im vierten Quartal, die Bitcoins Aufschwung nichts mehr anhaben konnte.
Ein verblüffend ähnliches Setup zeigt sich in diesem Jahr: Nach dem kurzen Anstieg Ende letzten Jahres ist der DXY über die letzten Monate deutlich gefallen – und setzt erneut zu einer kleinen, aufwärtsgerichteten Gegenbewegung an.
Nach dem erfolgreichen Eintreten in unsere ausgegraute Zielzone rechnen wir nun mit weiteren Abverkäufen im DXY. Für gewöhnlich ist das bullisch für Bitcoin.
Trotz der Verlangsamung der Dollar-Index-Korrektur rechnen wir im DXY kurzfristig mit weiterem Abgabedruck. Damit würde der DXY das Muster aus dem Jahr 2017 nachahmen, was ähnliche Implikationen für Bitcoin haben könnte. Schließlich signalisiert ein schwacher DXY, dass der Dollar an Kaufkraft verliert und Anleger nach alternativen Wertspeichern suchen.
Dadurch steigt die Attraktivität von Bitcoin als inflationsresistentes, nicht-staatliches Asset. Als Wertspeicher und Inflations- bzw. Kaufkraftschutz ist Bitcoin in Phasen eines schwachen Dollars deshalb besonders gefragt. Ein weiterer Faktor, der deutliche Anstiege in den nächsten Wochen und Monaten bedingen kann.
Grund 5: Gold und Silber sind stark
Vom starken Goldpreis war in diesem Text schon etwas früher die Rede. Befeuert wurde die jüngste Gold-Rallye vor allem durch geopolitische und makroökonomische Unsicherheit sowie von Befürchtungen rund um die US-Konjunktur, steigende Inflation und den schwachen US-Dollar. Auch die Gold-Rallye geschieht also im engen Zusammenspiel mit der gesamtwirtschaftlichen Situation – und hat historisch gesehen große Bedeutung für Bitcoin. Ein Blick auf frühere Krypto-Bullenmärkte zeigt, dass auf Gold-Rallyes etwas später starke Bitcoin-Anstiege folgten.
Auch 2021 legte Gold eine starke Rallye hin und stieg im Sommer, während der Kryptomarkt fiel. Ende des Jahres erreichte Bitcoin sein Bullrun-Top.
Überraschend ist das nicht. Schließlich werden Kryptowährungen nach wie vor als Risiko-Assets wahrgenommen. In politisch oder wirtschaftlich unsicheren Situationen, die von einer starken Lockerung der Geldpolitik begleitet sind (wie etwa die Corona-Krise 2021) fließt das frische Geld zunächst in defensivere Assets wie Gold.
Ist die Edelmetall-Rallye dann erschöpft, schichten Investoren ihr Geld gerne in andere Anlageklassen um – und die Risikoleiter aufwärts. Ausdauernde Rallies bei Gold oder großen Aktien (erneute Parallele zu 2021!) sorgen für Zuversicht im Finanzmarkt, wodurch die Risikofreude (und damit die Krypto-Nachfrage) wächst.
Silber folgt dem Goldkurs gerne bei großen Rallies. Der Kryptomarkt ist auf der Risikoleiter weiter oben und folgt meist etwas später.
Spannend ist in diesem Zusammenhang der Blick auf den Silberpreis. Auch hier ist zu sehen, dass Silber-Rallies häufig kurz vor der finalen Phase des Krypto-Bullenmarktes stattfanden. Wie in diesem Jahr auch wurde Silber in früheren Zyklen vom steigenden Goldpreis mitgezogen und nähert sich aktuell sogar historischen Höchstständen. Wiederholt sich das Muster der Silberrallies früherer Zyklen, könnte auch dieser Faktor positive Auswirkungen auf den Bitcoin-Kurs haben.
Grund 6: Risikofreude kommt zurück
Gold- und Silberrallies sind häufig also ein frühes Anzeichen für eine anstehende Umschichtung von Kapital in den Kryptomarkt. Um besser vorhersehen zu können, wann die Risikofreude nun aber tatsächlich in den breiten Markt zurückkehrt, lohnt sich ein Blick auf die andere Seite der Risiko-Skala – nämlich auf Aktien mit kleiner Marktkapitalisierung. Zusammengefasst sind diese sogenannten Smallcaps im Russell 2000, der die 2000 nächstkleineren Aktien nach den 1000 größten US-Titeln abbildet.
Geht der Markt wieder ins Risiko? Das jüngste Allzeithoch im Russell 2000 spricht dafür. Kurzfristig hat der Index noch Luft nach oben.
Historisch gesehen hängt der Russell 2000 den großen Indizes wie dem S&P500 oder dem Nasdaq-100 in Bullenmärkten häufig hinterher – ähnlich wie der Kryptomarkt aktuell. Auch hier gilt die Logik der Risikoleiter: Über lange Strecken eines Bullruns dominieren die größten und vermeintlich sicheren Assets einer Klasse – im Falle des US-Aktienmarktes etwa die Magnificent Seven um Nvidia, Tesla, Microsoft und Co. –, während kleinere Titel erst ganz zum Schluss ins Rampenlicht rücken. Dann nämlich, wenn monate- oder sogar jahrelange Anstiege der Großen für genug Zuversicht gesorgt haben, um Anlegern ein sicheres Gefühl bei kleinen, volatileren Assets zu geben.
Wenn der Russell 2000 überhitzte, erreichte Bitcoin in der jüngeren Vergangenheit signifikante Top-Bereiche. Aktuell hat der Russell 2000 laut RSI noch Platz nach oben.
Betrachtet man den Russell 2000 in Korrelation zu Bitcoin, so fällt nicht nur eine verblüffende Korrelation über die letzten zehn Jahre auf. Bemerkenswert ist, wie die Top-Bildungen beider Märkte sowohl 2017 als auch 2021 eng zusammenfielen. Beide Male erreichte BTC die finale Phase des Bullenmarktes, als der stochastische RSI des Russell 2000 überhitzte.
Der stochastische RSI baut auf dem normalen RSI auf, indem er zeigt, wie der aktuelle RSI-Wert im Vergleich zu seinen eigenen letzten Höchst- und Tiefstwerten liegt. So reagiert er empfindlicher auf kurzfristige Preisbewegungen und liefert früher Signale für mögliche überhitzte oder unterkühlte Zustände.
Erst kürzlich ist der Russell 2000 auf neue Rekordstände ausgebrochen – zum ersten Mal seit November 2024. Auch damals überhitzte der stochastische Russell-RSI kurzzeitig und markierte damit das lokale Bitcoin-Top vor den Abverkäufen des ersten Quartals. Der Unterschied zu den Tops 2013, 2017 und 2021: Im November 2024 erreichte der stochastische RSI des Russell nicht die maximale Überhitzung von 100 Punkten.
Das könnte dem Smallcap-Index aber bald schon wieder gelingen. Schließlich befindet sich der RSI erneut auf dem Weg nach oben, hat bis zur 100-Punkte-Linie aber noch Platz. Wiederholen sich die Muster vergangener Zyklen und auch des vierten Quartals 2024, so könnte der Russell seine Rallye fortsetzen, den stochastischen RSI über längere Zeit in den überverkauften Bereich drücken und damit den nötigen Treibstoff für eine weitere Bitcoin-Rallye liefern.
Bitcoin stark – und die Altcoin-Season?
Sechs Gründe haben wir jetzt, warum Bitcoin die bullische Tradition des vierten Quartals auch in diesem Jahr fortsetzen könnte. Aber was bedeutet das für Altcoins? Dass Bitcoin und die Bitcoin-Dominanz im durchschnittlichen Oktober gleichzeitig Stärke zeigen, bedeutet: BTC steigt und läuft kleineren Kryptowährungen (zumindest vorübergehend) davon – also genau das, was in den vergangenen Tagen erneut zu beobachten war.
Für Bitcoin und Altcoins gilt dasselbe Prinzip der Risikoleiter wie im breiten Finanzmarkt: Hat Bitcoin als führendes und sicherstes Asset des Marktes gut performt, wachsen Zuversicht und Risikofreude – und im besten Fall die Nachfrage nach Altcoins. Das ist auch der Grund, warum die Bitcoin-Dominanz über weite Teile eines idealtypischen Krypto-Bullruns stetig ansteigt und Bitcoin den Altcoin-Sektor bis kurz vor Zyklusende deutlich hinter sich lässt.
Das Vertrauen der Anleger wächst langsam, der Markt kriecht die Wand des Zweifels hinauf. Wenn er diese Wall of Worry dann aber zum Schluss in der finalen Euphorie überspringt, können die Kurse sehr schnell sehr stark steigen – auch und vor allem bei Altcoins, die 2017 und 2018 ihre Höhepunkte im Frühjahr nach dem Bitcoin-Zyklustop erreichten. Das aber ist die gefährlichste Phase des gesamten Bullruns. Immer daran denken: Der Bullrun endet normalerweise nicht, wenn jeder Zweifel daran hat, ob es weiter aufwärts gehen kann (Wall of Worry). Der Bullrun endet meistens, wenn jeder davon ausgeht, dass die Kurse nie wieder fallen.
Wann kommt die Altcoin-Season? Laut unserer Analyse setzt die BTC-Dominanz ihre Korrektur vorerst fort. ETH dürfte gegen Bitcoin weiter aufwerten.
Ein kleiner Disclaimer zum Schluss: Wie immer gilt auch diesmal: Dieser Artikel ist keine Anlageberatung. Er versucht, die wichtigsten Faktoren, die technisch für ein starkes viertes Krypto-Quartal sprechen, zu sammeln und zu erklären. Investitionen in Bitcoin und besonders im Altcoin-Sektor sind riskant. Gegen Ende eines Bullenmarktes macht sich unter Anlegern die Überzeugung breit, dass die Kurse nie wieder fallen können. Das ist die gefährlichste Phase.
Wir raten niemandem, irgendein Asset zu kaufen, zu halten oder zu verkaufen. Diese Entscheidungen müssen auf Basis eigener Recherche getroffen werden. Wir versuchen, euch dafür wertvolle Informationen zur Verfügung zu stellen.




