Der US-amerikanische Videospielkonzern Take-Two Interactive hat seine Geschäftszahlen für das erste Quartal des Kalenderjahres 2025 veröffentlicht. Das Unternehmen, zu dem auch der renommierte Entwickler Rockstar Games gehört, übertraf mit seinem Umsatz im Q1 2025 die Erwartungen der Analysten. Dennoch sorgte der hohe Quartalsverlust und eine schwache Jahresprognose für Ernüchterung an den Märkten.
Hoffnungsträger bleibt das mit Spannung erwartete Videospiel Grand Theft Auto 6 (GTA 6), dessen Release erst kürzlich auf Mai 2026 verschoben wurde. Take-Two Interactive ist ein weltweit führender Publisher in der Gaming-Branche. Das Unternehmen besitzt mit Rockstar Games das Studio hinter dem Spieleklassiker Grand Theft Auto (GTA). Neben der erfolgreichen GTA-Reihe ist Take-Two auch verantwortlich für andere beliebte Franchises wie NBA 2K, Red Dead Redemption oder Borderlands.
Take-Two Q1 2025: Die wichtigsten Zahlen
Bei Take-Two läuft es aktuell nicht ganz so rund. Im ersten Quartal 2025 stieg der Umsatz zwar im Vergleich zum Vorjahresquartal um 13.1 Prozent auf 1.6 Milliarden US-Dollar (ein leichter Anstieg über den Erwartungen der Analysten (1.57 Mrd. USD). Zum Vergleich nach rund 1.4 Milliarden US-Dollar im Q1 letzten Jahres). Der Nettogewinn aber fiel enttäuschend aus: Mit einem Verlust von 21.08 US-Dollar je Aktie verfehlte Take-Two die durchschnittliche Analystenschätzung von -0.05 USD deutlich.
Auch die operative Marge entwickelte sich negativ, sie lag bei -239 Prozent, nach -194 Prozent im Vorjahreszeitraum. Die operative Marge zeigt, wie profitabel das Kerngeschäft eines Unternehmens ist, also wie viel vom Umsatz nach Abzug der laufenden Betriebskosten übrig bleibt. Ein negativer Wert bedeutet, dass die Kosten deutlich höher waren als die Einnahmen aus dem eigentlichen Geschäft.
Immerhin konnte der Free Cash Flow deutlich verbessert werden: Er kletterte auf 224.9 Millionen US-Dollar, nachdem er im Vorquartal noch bei -48.2 Millionen US-Dollar gelegen hatte. Der Free Cash Flow zeigt, wie viel Geld nach Abzug aller Investitionen tatsächlich im Unternehmen verbleibt. Ein positiver Wert bedeutet, dass Take-Two mehr Geld eingenommen als ausgegeben hat, was wichtig ist, um Schulden zu tilgen oder neue Projekte zu finanzieren.
Mehr Einnahmen als Ausgaben
Auf den ersten Blick wirken die beiden Aussagen widersprüchlich. Das liegt daran, dass operative Marge und Free Cash Flow zwei unterschiedliche Dinge messen: Während die operative Marge nur den laufenden Geschäftsbetrieb betrachtet, also Einnahmen abzüglich aller betrieblichen Kosten wie Personal, Entwicklung oder Marketing, berücksichtigt der Free Cash Flow zusätzlich alle Geldflüsse, die durch Investitionen, Abschreibungen oder den Verkauf von Vermögenswerten entstehen.
Die Take-Two-Aktie hatte einen kräftigen Jahresstart, musste ihre Rallye zuletzt aber pausieren. Am Widerstand bei knapp 260 Dollar sollte vorerst Schluss sein.
Das bedeutet: Auch wenn das operative Geschäft Verluste schreibt, kann das Unternehmen durch geschicktes Finanzmanagement, etwa durch weniger Investitionen oder durch Einnahmen außerhalb des Tagesgeschäfts, dennoch mehr Geld einnehmen als ausgeben. Genau das ist bei Take-Two im Q1 2025 der Fall. Die Bilanz wird dadurch deutlich aufgebessert, die finanzielle Lage des Unternehmens erscheint ein Jahr vor Release des Flagship-Games GTA 6 solide.
Jahresprognose sorgt für Stirnrunzeln
Feierstimmung kommt bei Take-Two und seinen Anlegern trotzdem nicht auf. Für das kommende Geschäftsjahr 2026 rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz von rund sechs Milliarden US-Dollar, rund 23 Prozent weniger als von Analysten erwartet. Auch beim erwarteten Gewinn pro Aktie (EPS) bleibt Take-Two deutlich unter den Prognosen: 0.17 USD im Vergleich zu den geschätzten 0.96 USD.
Auch die EBITDA-Prognose für das Geschäftsjahr 2026 liegt bei 535 Millionen US-Dollar deutlich unter den Erwartungen der Analysten, die mit rund zwei Milliarden US-Dollar gerechnet hatten. Analysten zeigten sich laut Yahoo Finance enttäuscht, auch wenn man im weiteren Jahresverlauf auf Impulse durch neue Releases hofft. EBITDA steht für Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization, also Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen.
Dieser Wert zeigt, wie viel ein Unternehmen mit seinem operativen Geschäft verdient, ohne dass Finanzierungskosten oder steuerliche Effekte das Ergebnis beeinflussen. Eine niedrige EBITDA-Prognose deutet darauf hin, dass das Unternehmen im kommenden Jahr trotz hoher Umsatzerwartungen nur begrenzt operativen Gewinn erzielen dürfte.
GTA 6: Der Hoffnungsträger für 2026
Ein besonderer Fokus liegt derzeit auf dem kommenden Blockbuster GTA 6. Nachdem der Release ursprünglich für Herbst 2025 geplant war, wurde er nun offiziell auf den 26. Mai 2026 verschoben. Dennoch bleibt das Management optimistisch. CEO Strauss Zelnick sagte in der Investorenkonferenz: „Rockstar hat das Internet erobert.“ Damit spielt er auf die gewaltige Reichweite der ersten beiden Trailer an: Der erste wurde in den ersten 24 Stunden 93 Millionen Mal, der zweite fast 500 Millionen Mal auf YouTube aufgerufen.
Langfristig erwarten wir bei Take-Two neue Allzeithochs. Zuerst aber dürfte noch eine lange Korrektur anstehen. Wird GTA 6 der große Katalysator?
Take-Two betonte auf der Quartalskonferenz erneut, dass man am aktuellen Veröffentlichungstermin festhalte. Zu möglichen Preiserhöhungen äußerte sich das Unternehmen auf der Investorenkonferenz nur vage. Zwar wurde das Unternehmen konkret gefragt, ob angesichts der langen Entwicklungszeit und der hohen Erwartungen etwa GTA 6 teurer als bisherige Spiele werden könnte, ähnlich wie es andere Hersteller wie Nintendo bei neuen Titeln tun.
CEO Strauss Zelnick wich einer klaren Antwort jedoch aus. Stattdessen betonte er, dass Take-Two „immer deutlich mehr Wert für Spieler bieten will, als das Unternehmen dafür verlangt“. Eine offizielle Preiserhöhung wurde also nicht bestätigt, ist aber nicht ausgeschlossen, gerade im Hinblick auf die enorme Aufmerksamkeit und Investitionen rund um GTA 6.
Take-Two-Aktie: GTA 6 als Kursmotor?
Die Take-Two-Aktie steht nach ihrer langen Rallye, die von Sommer verangenen Jahres bis Anfang Mai rund 75 Prozent Plus gemacht hatte, wieder etwas unter Druck. Nicht zuletzt wegen der schwachen Jahresprognose und des hohen Quartalsverlusts ebbten der Kaufdruck zuletzt ab. Dennoch blicken viele Analysten optimistisch auf die mittelfristige Entwicklung, vor allem mit Blick auf den Release von GTA 6 im Mai 2026. Der Hype rund um das Spiel ist enorm, die Trailer verzeichnen Hunderte Millionen Aufrufe.
Sollte das Spiel kommerziell an den Erfolg der Vorgänger anknüpfen, könnte es für einen deutlichen Umsatz- und Gewinnschub im Geschäftsjahr 2027 sorgen. Viele Marktbeobachter sehen in GTA 6 einen möglichen Wendepunkt für die Aktie, der das derzeitige Vertrauensdefizit der Anleger wieder ausgleichen könnte. Kurzfristig erwarten wir für die Take-Two-Aktie weitere Kursgewinne, der Anstieg könnte bis an den Widerstand knapp unter 260 Dollar reichen.
Anschließend rechnen wir mit einer langen Korrektur, die alternativ auch schon früher starten könnte. Über kurz oder lang dürfte die Aktie noch einmal unter 100 Dollar zu haben sein. Die Abonnenten unseres TECH33-Analysepakets werden regelmäßig über die aktuelle Prognose und lukrative Einstiegsmöglichkeiten informiert. Im Analysepaket finden sich neben Take-Two eine ganze Reihe weiterer Top-Titel des US-Aktienmarktes, darunter Nasdaq-Riesen wie Amazon, Apple oder Nvidia.




