Gemischte Tech-Gefühle: Apple schwächelt bei iPhones, Meta bei VR und Microsoft mit der Cloud
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Gemischte Tech-Gefühle: Apple schwächelt bei iPhones, Meta bei VR und Microsoft mit der Cloud

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Simeon Koch

„Wir haben jetzt eine US-Regierung, die stolz ist auf unsere führenden Unternehmen, amerikanische Technologie bevorzugt und unsere Interessen global verteidigt“, sagte Meta-Geschäftsführer Mark Zuckerberg Mitte der Woche bei einem Call mit den wichtigsten Investoren seines Unternehmens. Er sei „optimistisch mit Blick auf den Fortschritt und die Innovation, die dadurch ermöglicht“ werde.

Ähnliche Aufbruchstimmung ist bei den großen Tech-Konkurrenten Apple und Microsoft zu spüren. Alle drei verlautbarten bei der Präsentation ihrer Geschäftszahlen fürs erste Quartal wichtige KI-Fortschritte, hadern aber mit ernüchternden Ergebnissen in wichtigen Geschäftszweigen. Apple verkaufte weniger iPhones als erwartet, Metas Virtual-Reality-Sparte verzeichnete Rekordverluste und Microsofts Cloud-Wachstum verliert an Dynamik.

Apple meldet Umsatzrekorde

Enttäuschend waren die Quartalsergebnisse der Tech-Marktführer trotz vieler Baustellen nicht. Eher im Gegenteil. Apple meldete mit einem Quartalsumsatz von 124.3 Milliarden US-Dollar den höchsten Vierteljahreswert der Firmengeschichte. Im Vergleich zum Vorjahresquartal bedeutete dieser Meilenstein einen Anstieg um vier Prozent. Dank der gewohnt erfolgreichen Weihnachtszeit stieg der verwässerte Gewinn pro Aktie um kräftige zehn Prozent auf 2.40 Dollar. Im dritten Quartal 2023 lag dieser Wert noch bei 2.18 Dollar. Apples Geschäftsführer Tim Cook resümierte bei der Präsentation der Ergebnisse stolz: „Über Weihnachten haben wir unseren Kunden die besten Produkte und Dienstleistungen jemals geliefert. Das freut uns sehr.“


Apple-CEO Tim Cook freute sich über den höchsten Quartalsumsatz der Unternehmensgeschichte und kündigte neue Funktionen der Apple-KI an.

Dank der kräftigen Gewinn-Steigerung wird Apple Mitte Februar stattliche 30 Milliarden Dollar Dividende an seine Aktionäre ausschütten. Ermöglicht wird die Dividende durch den deutlichen Zuwachs im Nettogewinn, der um gute sieben Prozent auf 36.3 Milliarden Dollar gestiegen ist. Bei den internationalen Verkäufen stach besonders Europa hervor, wo der Umsatz um mehr als elf Prozent auf rund 33.9 Milliarden Dollar zunahm. Im Kernmarkt USA erwirtschaftete Apple ein solides Plus von vier Prozent und setzte 52.6 Milliarden um – im letzten Jahresviertel 2023 waren es noch 50.4 Milliarden gewesen. Während der Westen fleißig bei Apple einkauft, lastet die Absatzschwäche in Fernost weiterhin auf der Bilanz.

Im gesamten asiatischen Markt (exklusive Japan und China) erwirtschaftete Apple 10.3 Milliarden Dollar und verbuchte damit wenigstens ein zartes Plus von 1.2 Prozent. In China hingegen fielen die Einnahmen erneut: Hatte man im vierten Quartal 2023 noch 20.8 Milliarden Dollar in der Volksrepublik umgesetzt, waren es jetzt nur noch 18.5 Milliarden. Ein Minus von gut elf Prozent. Grund zur Freude war wiederum der Service-Sektor, in den Lizenz- oder auch Abo-Gebühren fallen. Hier übertraf Apple mit einem Umsatz von 26.3 Milliarden US-Dollar die Marktprognosen um 14 Prozent.


Apple konnte Umsatz und Gewinn im vergangenen vierten Quartal jeweils steigern, schwächelt aber beim iPhone-Absatz.

Nicht einmal das konnte aber hinwegtäuschen über die stagnierenden Verkäufe des Flaggschiff-Produkts: In den zurückliegenden drei Monaten nahm Apple mit iPhone-Verkäufen rund 69.1 Milliarden Dollar ein und lag damit unter den Erwartungen von 71 Milliarden. Tim Cook hatte aber auch dafür eine Erklärung parat: In jenen Märkten, wo Apples KI-Modell Apple Intelligence auf neuen iPhones verfügbar ist, sei „die Performance stärker als in Regionen, wo Apple Intelligence noch nicht vollumfänglich genutzt werden kann“. Einschränkungen gibt es für die Apple-KI besonders in China, worauf Cook „die Hälfte des Rückgangs“ der dortigen iPhone-Verkäufe zurückführt.

ChatGPT-Attacke und VR-Defizite bei Meta

Wichtige KI-Fortschritte hatte auch der Social-Media-Gigant Meta im vergangenen Quartal vorzuweisen. Der unternehmenseigene Chatbot Llama, den Meta perspektivisch zum ernstzunehmenden Konkurrenten für OpenAIs ChatGPT aufbauen will, überschritt erst kürzlich die Marke von 700 Millionen monatlich aktiven Nutzern, im Dezember waren es noch 600 Millionen gewesen. Dieses Wachstum werde sich in Zukunft weiter beschleunigen, prognostizierte Zuckerberg am Mittwoch und erklärte: „Wenn ein solcher Service diese Größe erreicht hat, entwickelt er in der Regel eine anhaltende langfristige Wachstumsdynamik.“

Im Rennen um den Nimbus als beste US-KI dürfte das auch nötig sein, denn ChatGPT hat aktuell noch doppelt so viele regelmäßig aktive Nutzer wie Llama. Um den Konkurrenzkampf zu forcieren, will Meta in diesem Jahr zwischen 60 und 65 Milliarden Dollar in die Entwicklung Künstlicher Intelligenz investieren, wie Zuckerberg Mitte der Woche bestätigte. Finanzierbar werden die großen KI-Projekte dank der stetig wachsenden Einnahmen, die primär aus dem Werbegeschäft kommen: Im zurückliegenden vierten Quartal erzielte Meta einen Umsatz von rund 48.4 Milliarden und übertraf damit die Analystenschätzung von glatten 47 Milliarden. Verglichen mit den 40.1 Milliarden im Vergleichszeitraum 2023 bedeutet das ein Umsatzwachstum von 21 Prozent.


Kräftige Steigerung bei Umsatz und Gewinn: Meta punktet im Kerngeschäft und investiert weiterhin kräftig in Künstliche Intelligenz.

Die Zahl der täglich aktiven Nutzer auf den wichtigsten Apps des Konzerns wie etwa Instagram, Facebook oder WhatsApp stieg von 3.29 Milliarden Ende 2023 auf nun 3.35 Milliarden, womit die Markterwartung von 3.32 Milliarden knapp übertroffen wurden. Besser als prognostiziert fiel auch der Gewinn pro Aktie aus, der mit 8.02 US-Dollar ganze 50 Prozent über den 5.33 Dollar aus dem vierten Quartal 2023 und ähnlich deutlich über der Analystenschätzung von 6.77 Dollar lag.

Aufs Jahr gerechnet belief sich Metas Umsatz auf 164.5 Milliarden Dollar, was im Vergleich zu den 134.9 Milliarden im Gesamtjahr 2023 ein beträchtliches Plus von 22 Prozent bedeutete. Sorgenkind bleibt Metas Virtual Reality-Sparte namens Reality Labs, die noch nie seit ihrer Gründung im Jahr 2020 profitabel war und nun ein Rekord-Minus von fast fünf Milliarden Dollar eingefahren hat. Die Verkäufe in diesem Segment beliefen sich auf 1.1 Milliarden Dollar – Mark Zuckerbergs Zukunftsvision bleibt vorerst dennoch defizitär.

Satya Nadella: „Massive Möglichkeiten“ für Microsoft

Wenig überraschend bleibt Künstliche Intelligenz auch beim OpenAI-Mäzen Microsoft das Thema der Stunde. 25.5 Milliarden Dollar setzte der Windows-Entwickler im abgelaufenen Quartal mit seiner Intelligent Cloud-Sparte um, fast die Hälfte dieser Zuwächse hatte unternehmenseigene Plattformen laut Geschäftsführer Satya Nadella den implementierten KI-Anwendungen zu verdanken. Die Intelligent Cloud-Umsätze wuchsen mit einem Plus von 19 Prozent zwar kräftig und machen mittlerweile deutlich mehr als ein Drittel der Gesamteinnahmen aus, die Wachstumsdynamik im gesamten Cloud-Sektor aber nimmt ab.

Noch im Vorjahresquartal waren Azure und ähnliche Cloud-Services bei Microsoft um 33 Prozent gewachsen, Analysten hatten in den zurückliegenden drei Monaten mit bis zu 32 Prozent gerechnet. Im gesamten Cloud-Geschäft verzeichnete Microsoft von Oktober bis Dezember einen Umsatz von 40.9 Milliarden Dollar und damit ein Plus von 21 Prozent.


Auf den ersten Blick lieferte Microsoft gute Zahlen, das Umsatzwachstum von zwölf Prozent war allerdings das schwächste seit Mitte 2023.

Insgesamt schloss Microsoft das vierte Quartal dennoch sehr positiv ab. Der Umsatz stieg um zwölf Prozent auf 69.6 Milliarden Dollar und übertraf damit die Analystenschätzung von 68.8 Milliarden. Mit jeweils zehn Prozent Zuwachs stiegen Nettogewinn (24.1 Milliarden Dollar) und Gewinn pro Aktie (3.23 Dollar) ebenfalls zweistellig. Die Prognose der Wallstreet war von einem Plus von 3.11 je Anteilsschein ausgegangen.

Einmal mehr hob Satya Nadella im Statement zur Quartalsbilanz die Entwicklung der KI-Branche hervor: „Schon jetzt hat unser KI-Geschäft eine jährliche Umsatzrendite von 13 Milliarden Dollar erreicht, im Jahresvergleich ist das eine Steigerung um 175 Prozent.“ Künftig wolle man „die technischen Möglichkeiten weiterentwickeln und unseren Kunden helfen, das volle Potenzial der Künstlichen Intelligenz auszuschöpfen“, richtete Satya Nadella den Blick in die Zukunft. Schließlich blicke man „massiven Möglichkeiten in der nahen Zukunft“ entgegen.

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Simeon Koch

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