Amazon liefert ab: AWS und KI treiben den Gewinn deutlich an
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Amazon liefert ab: AWS und KI treiben den Gewinn deutlich an

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Muriel Ayari

Das Wichtigste in Kürze:

  • Amazon übertrifft die Umsatzprognose um vier Milliarden US-Dollar.
  • Amazons EPS erreicht 5.75 US-Dollar und übertrifft die Erwartung deutlich.
  • AWS steigert den Umsatz im Jahresvergleich um 37 Prozent.

Q2 2026 QuartalsergebnisseIst-WertSchätzung
Umsatz$200.6B$196.6B
EPS$5.75$1.99
Nordamerika$116.2B$113.8B
Internationales Segment$42.2B$42.6B
Amazon-Webdienste (AWS)$42.2B$40.5B

Amazon übertrifft im zweiten Quartal 2026 die Erwartungen

Amazon hat im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 200.6 Milliarden US-Dollar erzielt und damit die Analystenschätzung von 196.6 Milliarden US-Dollar um vier Milliarden US-Dollar übertroffen. Gegenüber dem Vorjahresquartal stiegen die Erlöse um 20 Prozent.

Noch deutlicher fiel die positive Überraschung beim Ergebnis je Aktie aus. Das EPS erreichte 5.75 US-Dollar statt der erwarteten 1.99 US-Dollar. Damit übertraf Amazon den Konsens um 3.76 US-Dollar und steigerte das EPS im Jahresvergleich um 242 Prozent.




Das operative Ergebnis wuchs um 43 Prozent auf 27.5 Milliarden US-Dollar. Der Nettogewinn stieg um 244 Prozent auf 62.6 Milliarden US-Dollar. Allerdings beruhte der außergewöhnlich starke Gewinnanstieg vor allem auf 53.4 Milliarden US-Dollar an sonstigen nicht operativen Vorsteuererträgen aus den Anthropic-Beteiligungen und damit nicht allein auf dem Kerngeschäft. Wechselkurse lieferten einen positiven Beitrag von 0.1 Milliarden US-Dollar.

AWS und Nordamerika treiben Amazons Wachstum

Amazon-Webdienste (AWS) waren der wichtigste Wachstums- und Ergebnistreiber. Der AWS-Umsatz stieg um 37 Prozent auf 42.2 Milliarden US-Dollar und übertraf die Erwartung von 40.5 Milliarden US-Dollar um 1.7 Milliarden US-Dollar. Es war das höchste Wachstum seit 18 Quartalen. Das operative AWS-Ergebnis legte um 63 Prozent auf 16.6 Milliarden US-Dollar zu und entsprach rund 60 Prozent des gesamten operativen Ergebnisses. Die annualisierte Umsatzrate erreichte 169 Milliarden US-Dollar.


AWS treibt Amazons Profitabilität voran und investiert Milliarden in den Ausbau seiner KI-Infrastruktur.


Sowohl das KI- als auch das Chipgeschäft von AWS überschritten annualisierte Erlösraten von jeweils 25 Milliarden US-Dollar und wuchsen dreistellig. Trainium-Verpflichtungen, die Graviton-Nutzung und Bedrock stützten die Dynamik.

Nordamerika steigerte den Umsatz um 16 Prozent auf 116.2 Milliarden US-Dollar und übertraf die erwarteten 113.8 Milliarden US-Dollar. Das operative Ergebnis wuchs um 21 Prozent auf 9.1 Milliarden US-Dollar. Das internationale Segment verfehlte mit 42.2 Milliarden US-Dollar die Prognose von 42.6 Milliarden US-Dollar, wuchs aber um 15 Prozent und erzielte 1.7 Milliarden US-Dollar operativen Gewinn. Das Werbegeschäft legte dank KI-gestützter Kampagnenwerkzeuge um 26 Prozent zu.

Analyse für Amazon

Die operative Marge von Amazon erreichte 13.7 Prozent und unterstreicht die verbesserte Profitabilität des Konzerns. Eine Bruttomarge wurde nicht ausgewiesen. Zugleich sollten Anleger die Qualität des Gewinnanstiegs differenziert betrachten: Der Nettogewinn von 62.6 Milliarden US-Dollar und das EPS von 5.75 US-Dollar wurden maßgeblich durch den nicht operativen Anthropic-Ertrag gestützt.

Auf Sicht der vergangenen zwölf Monate stieg der operative Cashflow um 33 Prozent auf 161.4 Milliarden US-Dollar. Der freie Cashflow verschlechterte sich jedoch um 142 Prozent auf einen Abfluss von 7.6 Milliarden US-Dollar. Hauptgrund ist der umfangreiche Ausbau der KI- und Cloud-Infrastruktur. Die Käufe von Sachanlagen erhöhten sich im Jahresvergleich um 66.1 Milliarden US-Dollar.

Für Investoren entsteht damit ein gemischtes Bild: Das Kerngeschäft gewinnt an Effizienz, AWS beschleunigt und die operative Marge steigt. Gleichzeitig bindet der KI-Ausbau erhebliche Liquidität. Entscheidend ist, ob Amazon die hohen Investitionen künftig in dauerhaft höhere Cloud-Umsätze und freien Cashflow übersetzen kann.

Elliot-Wellen-Analyse Chart

Apple Amazon: Ausblick und Prognose

Für das dritte Quartal 2026 erwartet Amazon einen Umsatz zwischen 197 Milliarden und 202 Milliarden US-Dollar. Das entspräche einem Wachstum von neun bis zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Mittelpunkt der Prognosespanne liegt bei 199.5 Milliarden US-Dollar und signalisiert nach dem Anstieg von 20 Prozent im zweiten Quartal eine Normalisierung der konzernweiten Wachstumsrate.

Das operative Ergebnis soll zwischen 22.5 Milliarden und 26.5 Milliarden US-Dollar liegen. Selbst das obere Ende bliebe damit unter den 27.5 Milliarden US-Dollar des zweiten Quartals. Zusätzlich rechnet das Management mit einer ungünstigen Wechselkursbelastung von rund 80 Basispunkten.

Für den Markt bleiben AWS, Werbung und KI-Infrastruktur die zentralen Chancen. Prime-Lieferungen in Rekordgeschwindigkeit sowie das stärkere Wachstum bei Lebensmitteln und Alltagsprodukten stützen das Handelsgeschäft. Alexa for Shopping und eine höhere Prime-Video-Nutzung können zudem das Werbeökosystem stärken. Risiken bleiben die hohen Investitionen, der negative freie Cashflow und eine mögliche Abschwächung des Umsatzwachstums.

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