Die wichtigsten Punkte
Die EU hat Apples Anträge auf Ausnahmen vom Digital Markets Act (DMA) abgelehnt. Das Unternehmen muss damit seine Geräte stärker für andere Hersteller öffnen. Nutzerinnen und Nutzer in Europa merken die Folgen bereits: Die neue Live-Übersetzung der AirPods ist hier gesperrt. Apples Marketing-Chef Greg Joswiak kritisierte die Regulierung ungewöhnlich scharf. Zugleich verdichten sich Hinweise auf ein Falt-iPhone, das 2026 erscheinen könnte. Die Aktie bleibt trotz regulatorischer Unsicherheit im Fokus der Anleger.
EU setzt sich gegen Apple durch
Die Europäische Kommission hat entschieden, dass Apple seine Geräte stärker für andere Anbieter öffnen muss. Konkret geht es um Schnittstellen, die es Drittanbietern ermöglichen sollen, Funktionen wie Benachrichtigungsspiegelung, automatische Verbindungen oder nahtloses Audioweiterleiten ebenfalls anzubieten. Apple hatte versucht, fünf dieser Vorgaben mit Verweis auf Sicherheit und geistiges Eigentum auszuklammern. Die Brüsseler Behörden wiesen diese Argumentation zurück. Damit muss Apple seine Systeme in kommenden iOS-Versionen entsprechend anpassen.
AirPods: Übersetzung bleibt in der EU blockiert
Besonders sichtbar wird die Auseinandersetzung beim neuen AirPods-Feature. Apple hatte für die Pro-Modelle eine Live-Übersetzungsfunktion angekündigt. Während sie in den USA verfügbar ist, bleibt sie in der EU gesperrt. Apple erklärte, man arbeite an einer Umsetzung für den europäischen Markt, ohne jedoch einen Zeitplan zu nennen. Fachleute sehen den Hintergrund in den Vorgaben des DMA, die Apple zu umfassender Interoperabilität zwingen.
Ungewöhnlich deutliche Worte
Öffentliches Beschwerdeverhalten gehört nicht zu Apples Stil. Doch diesmal reagierte Marketing-Chef Greg Joswiak deutlich: „Wir sind angepisst“, sagte er in Richtung Brüssel. Apple argumentiert, dass eine zu starke Öffnung der Systeme das Nutzererlebnis beeinträchtigen könne. Die Wortwahl macht den tiefen Unmut über die europäische Regulierung deutlich – und ist Ausdruck eines Konflikts, der das Verhältnis zwischen Apple und der EU länger belasten könnte.
Anleger blicken auf die Aktie
Die Diskussion um Regulierung ist auch an der Börse von Bedeutung. Zwar sorgt die Aussicht auf strengere Auflagen in Europa für Unsicherheit. Dennoch gilt Apple für viele Investoren weiter als stabiles Unternehmen mit starker Kundenbindung. Gerade Innovationen wie ein Falt-iPhone könnten die Fantasie an den Märkten beflügeln. Analysten sehen daher ein Spannungsfeld zwischen kurzfristigem regulatorischem Druck und langfristigem Wachstumspotenzial. Die Aktie hat in den letzten Tagen ordentlich zugelegt, dank gut laufender iPhone-17-Verkäufe. Sogar in Russland laufen die Verkäufe hervorragend, obwohl Apple dort offiziell keine Geschäfte mehr macht.
Falt-iPhone ab 2026 erwartet
Parallel dazu arbeitet Apple an neuen Produkten. Branchenberichte sprechen von einem Falt-iPhone, das im September 2026 erscheinen könnte. Erwartet wird ein Preis ab rund 2.000 US-Dollar, was in Europa bis zu 2.500 Euro bedeuten könnte. Als technisches Vorbild gilt das besonders dünne iPhone Air, das schon heute als Test für kommende Design- und Fertigungsschritte dient. Das Projekt gilt als zentral, um Apple im Premiumsegment gegenüber Konkurrenten wie Samsung zu positionieren.
Folgen für Nutzer in Europa
Für europäische Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet die Entscheidung der EU kurzfristig Einschränkungen: Manche Apple-Funktionen starten hier später oder gar nicht. Langfristig könnte die Regulierung jedoch für Vorteile sorgen. Denn wenn Apple gezwungen ist, Schnittstellen zu öffnen, könnten auch Geräte anderer Hersteller reibungsloser mit dem iPhone zusammenarbeiten, ein Punkt, den Brüssel ausdrücklich verfolgt.



