"Viele werden verlieren": OpenAI-CEO Altman warnt vor KI-Bubble
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"Viele werden verlieren": OpenAI-CEO Altman warnt vor KI-Bubble

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Arcan Askin

Die wichtigsten Erkenntnisse: 

OpenAI-CEO Sam Altman warnt vor einer KI-Bubble und überhitzten Bewertungen, während er gleichzeitig Billionen-Investitionen in Rechenzentren plant. Trotz 20 Milliarden Dollar Jahresumsatz bleibt OpenAI unprofitabel. Experten vergleichen die Situation mit der Dotcom-Blase, sehen aber auch fundamentale Unterschiede durch starke Cashflows der Tech-Giganten.

Der Mann, der mit ChatGPT den KI-Boom auslöste, schlägt nun Alarm: OpenAI-CEO Sam Altman warnt eindringlich vor einer Überhitzung des Künstliche-Intelligenz-Marktes. In einem Gespräch mit Reportern verwendete er das Wort "Bubble" dreimal in 15 Sekunden und prognostizierte, dass "viele Investoren hier sehr verbrannt werden". Gleichzeitig kündigt er paradoxerweise Billionen-Investitionen in die KI-Infrastruktur an.

Altman sieht KI-Markt in gefährlicher Überhitzung

"Sind wir in einer Phase, in der Investoren als Ganzes überbegeistert von KI sind? Meine Meinung ist ja", erklärte Altman bei einem Dinner mit Journalisten. Der OpenAI-Chef beobachtet, wie Startups mit wenig mehr als einem Pitch Deck hunderte Millionen Dollar einsammeln und Bewertungen "verrückt" geworden sind. Kapital jage einen "Kern der Wahrheit" mit fieberhafter Geschwindigkeit.

Altman verglich die aktuelle Situation mit der berüchtigten Dotcom-Blase der späten 1990er Jahre, die zwischen März 2000 und Oktober 2002 zu einem Nasdaq-Verlust von fast 80 Prozent führte. "Wenn Blasen entstehen, werden kluge Leute überbegeistert von einem Kern der Wahrheit", analysierte er die Marktdynamik. Trotz seiner Warnungen betonte er: "Ist KI das Wichtigste, was seit sehr langer Zeit passiert ist? Meine Meinung ist auch ja."

OpenAI plant enorme Ausgaben trotz Verluste

Paradoxerweise kündigte Altman massive Investitionen an, obwohl er vor Überhitzung warnt. "Sie sollten erwarten, dass OpenAI in nicht allzu ferner Zukunft Mialliarden von Dollar für den Bau von Rechenzentren ausgibt", verkündete er. OpenAI sei bereits über die Kapazitäten von Microsoft Azure hinausgewachsen und habe einen Deal mit Google Cloud unterzeichnet. "Wir sind jenseits der Rechenleistungsnachfrage dessen, was ein einzelner Hyperscaler bieten kann."

Trotz eines prognostizierten Jahresumsatzes von 20 Milliarden Dollar bleibt OpenAI unprofitabel. Das Unternehmen bereitet sich auf den Verkauf von Aktien im Wert von 6 Milliarden Dollar vor, was das Unternehmen mit 500 Milliarden Dollar bewerten würde - ein Anstieg von der 300-Milliarden-Bewertung im März. Diese Zahlen unterstreichen sowohl das Vertrauen der Investoren als auch die enormen Kapitalanforderungen des KI-Sektors.

Tech-Giganten erhöhen Investitionen dramatisch

Die großen Technologiekonzerne überbieten sich gegenseitig bei Kapitalausgaben: Microsoft plant 120 Milliarden Dollar, Amazon über 100 Milliarden, Alphabet 85 Milliarden und Meta 72 Milliarden Dollar. Wedbush-Analyst Dan Ives berichtete von einem 30-40-prozentigen Wachstum der KI-Infrastrukturnachfrage in den letzten Monaten und bezeichnete dies als "Validierungsmoment" für den Sektor.

Citi-Analyst Rob Rowe sieht fundamentale Unterschiede zur Dotcom-Blase: "Damals hatten Sie viele überschuldete Situationen. Hier sprechen wir über Unternehmen mit sehr soliden Gewinnen und starken Cashflows, die dieses Wachstum durch diese Cashflows finanzieren." Die heutigen Investitionen würden durch strukturelle Verschiebungen in der Weltwirtschaft angetrieben, insbesondere das rapide Wachstum digitaler Dienstleistungen.

Experten warnen vor Dotcom-Parallelen

Nicht alle teilen diese optimistische Einschätzung. Alibaba-Mitgründer Joe Tsai warnte bereits im März vor einer KI-Blase in den USA und zeigte sich erstaunt über das Ausmaß der diskutierten Rechenzentrumsausgaben. Apollo Global Management-Chefvolkswirt Torsten Slok erklärte die heutige KI-Blase sogar für größer als die Internet-Blase der 1990er Jahre.

Ray Wang von der Futurum Group sieht differenziert: "Aus der Perspektive breiterer Investitionen in KI und Halbleiter sehe ich es nicht als Blase. Die Fundamentaldaten entlang der Lieferkette bleiben stark." Allerdings gebe es zunehmend spekulatives Kapital, das Unternehmen mit schwächeren Fundamentaldaten jage, was "Taschen der Überbewertung" schaffen könnte.

GPT-5 Probleme verstärken Zweifel

Die holprige Einführung von OpenAIs neuestem GPT-5-Modell verstärkte die Skepsis. Kritiker bemängelten eine weniger intuitive Bedienung, was OpenAI dazu zwang, zahlenden Kunden wieder Zugang zu älteren GPT-4-Modellen zu gewähren. Altman zeigte sich auch vorsichtiger bezüglich der Artificial General Intelligence (AGI) und erklärte, der Begriff verliere an Relevanz.

Auf die Frage, ob er in wenigen Jahren noch CEO von OpenAI sein werde, antwortete Altman: "Ich meine, vielleicht ist es in drei Jahren eine KI. Das ist eine lange Zeit." Diese Aussage unterstreicht sowohl die Geschwindigkeit der KI-Entwicklung als auch die Unsicherheit über die Zukunft der Branche.

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Arcan Askin

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