Unternehmen weltweit betroffen: Hacker fordern Millionen von Oracle-Kunden
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Unternehmen weltweit betroffen: Hacker fordern Millionen von Oracle-Kunden

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Carlo Schmid

Die wichtigsten Punkte

Seit Ende September 2025 sind zahlreiche Unternehmen ins Visier einer großangelegten Hacker-Attacke geraten. Betroffen sind Firmen, die die Software Oracle E-Business Suite einsetzen, ein wichtiges System für Finanzen, Lieferketten und Personalverwaltung. Die Angreifer verschicken Erpressungsmails, in denen sie behaupten, Daten gestohlen zu haben, und fordern Millionenbeträge, in manchen Fällen bis zu 50 Millionen US-Dollar.

Oracle bestätigt die Vorfälle und rät allen Kunden dringend, sofortige Sicherheitsupdates einzuspielen. Hinter der Aktion soll die bekannte Hackergruppe Cl0p stehen, die bereits in der Vergangenheit durch ähnliche Angriffe aufgefallen ist.

Was genau passiert ist

Seit Ende September erhalten Unternehmen weltweit Drohmails von Hackern. In diesen Nachrichten behaupten die Täter, vertrauliche Daten aus den Systemen gestohlen zu haben. Betroffen ist vor allem die Software Oracle E-Business Suite, die in vielen großen Firmen zentrale Abläufe steuert. Die Hacker drohen, die angeblich erbeuteten Daten öffentlich zu machen, falls kein Geld gezahlt wird. Manche Firmen haben solche Mails an ihre Geschäftsführer oder IT-Leiter bekommen, also direkt an die Personen, die über Zahlungen entscheiden könnten.

Wer steckt dahinter?

Analysten vermuten, dass die Angriffe auf die berüchtigte Gruppe Cl0p zurückgehen. Cl0p ist keine neue Erscheinung in der Cyberwelt: Sie ist schon länger für Massenangriffe bekannt, bei denen sensible Daten gestohlen und Unternehmen erpresst wurden.

Vor allem durch die Angriffe auf die Plattformen MOVEit und Cleo in den Jahren 2023 und 2024 wurde die Gruppe weltweit berüchtigt. Auffällig ist auch diesmal das Vorgehen: Die Mails werden massenhaft über gekaperte E-Mail-Konten verschickt, und die angegebenen Kontaktadressen tauchten bereits auf der Leak-Seite von Cl0p im Darknet auf.

Wie die Erpressung abläuft

Die Angreifer setzen die betroffenen Unternehmen stark unter Druck. In den Mails präsentieren sie angebliche Beweise wie Screenshots oder Dateilisten, die zeigen sollen, dass sie tatsächlich Zugang zu vertraulichen Daten hatten. Danach fordern sie Lösegeld, meist in Kryptowährungen wie Bitcoin.

Die Summen sind gewaltig: Sie reichen von mehreren Millionen bis hin zu 50 Millionen US-Dollar. Das Ziel ist klar: Den Firmen so viel Angst zu machen, dass sie zahlen, um eine Veröffentlichung oder Weitergabe der Daten zu verhindern. Besonders brisant: Die Hacker sprechen oft direkt Vorstände und Manager an.

Welche Firmen gefährdet sind

Im Zentrum der Angriffe steht die Oracle E-Business Suite, eine Software, die für viele Unternehmen unverzichtbar ist. Sie dient als zentrale Plattform, um Rechnungen zu bearbeiten, Lieferketten zu planen oder Personal zu verwalten. Experten gehen davon aus, dass die Hacker bekannte Schwachstellen in dieser Software ausgenutzt haben.

Oracle selbst weist darauf hin, dass es bereits im Juli 2025 Sicherheitsupdates gegeben hat, die genau diese Lücken schließen. Firmen, die diese Updates nicht installiert haben, sind weiterhin anfällig für Angriffe und genau diese Firmen scheinen nun ins Visier geraten zu sein.

Was bisher sicher ist und was nicht

Noch ist unklar, wie viele Unternehmen weltweit betroffen sind und wie groß der Schaden tatsächlich ist. Bisher hat nur ein Unternehmen offiziell bestätigt, dass Daten gestohlen wurden. Viele andere halten sich bedeckt und geben keine Informationen preis, vermutlich um den Angreifern nicht zusätzlich in die Karten zu spielen. Auch ob Zahlungen bereits geflossen sind, ist nicht bekannt. Für Experten ist jedoch schon jetzt klar, dass die Dimension dieser Kampagne außergewöhnlich ist, allein wegen der Höhe der geforderten Summen.

Was Unternehmen jetzt tun müssen

Oracle hat alle Kunden dringend aufgefordert, die Juli-Sicherheitsupdates sofort einzuspielen. Außerdem sollten Firmen ihre Systeme sorgfältig prüfen, um mögliche Spuren der Angriffe zu entdecken. Wichtig ist auch, dass Geschäftsleitungen und Führungskräfte gewarnt werden, da die Hacker gezielt Mails an die Chefetagen schicken. Wer eine solche Nachricht bekommt, sollte auf keinen Fall antworten oder zahlen, sondern sofort die internen Sicherheitsteams oder externe Spezialisten einschalten.

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