Bei unseren Aktienpaketen handelt es sich keineswegs um starre Gebilde: Vielmehr sind diese dynamisch und wir scheuen uns nicht davor, auf Trends zu reagieren und entsprechend die Inhalte anzupassen. So haben wir jüngst eine Restrukturierung unseres TECH33 Aktienpakets vorgenommen. Neu hinzugekommen sind die beiden Titel MicroStrategy (Ticker: MSTR) und Take-Two (TTWO). Die beiden Aktien werden dabei Lam Research und Intuit ersetzen. Nun wollen wir Ihnen in unserer Analyse nicht nur die Charts präsentieren, sondern einmal genauer beleuchten, was es mit den beiden TECH33-Neuankömmlingen so auf sich hat. Mit dem Artikel „Nimm all dein Geld und kauf‘ Bitcoin“: Die skurrile Geschichte von MicroStrategy haben wir am 4. Juni begonnen. Im Nachfolgenden wollen wir nun einen ausführlichen Blick hinter den fundamentalen Vorhang des Take-Two-Papiers werfen. Viel Freude beim Lesen!
Marktführer mit breitem Portfolio
Mit Grand Theft Auto VI (kurz: GTA VI) hat Take-Two eines der wohl nachfragestärksten Videospiele aller Zeiten für das nächste Jahr in der Pipeline. Doch das Unternehmen hat noch viel mehr zu bieten: Take-Two Interactive Software gehört zu den weltweit führenden Entwicklern, Publishern und Vertreibern von interaktiven Unterhaltungsprodukten für Videospielkonsolen (75 Prozent des Umsatzes) sowie für PCs, Smartphones und Tablets (25 Prozent). Die Produkte der Gruppe werden unter den bekannten Marken Rockstar Games, 2K und Social Point vertrieben. Als Aktiengesellschaft wird Take-Two unter dem Kürzel TTWO an der NASDAQ gehandelt und ist nach Electronic Arts eines der größten börsennotierten Spieleunternehmen überhaupt. Dabei verfügt Take-Two über ein stattliches Portfolio an Spielen wie beispielsweise NBA 2K, Borderlands oder eben besagtes GTA.
Der Hauptsitz von Take-Two befindet sich in New York City. Von dort aus verwaltet das Unternehmen seine globalen Operationen. Die asiatischen Aktivitäten werden zudem von Singapur aus gesteuert, während die europäischen Geschäfte vom englischen Windsor aus koordiniert werden. Seit 2018 konzentriert sich das Hauptgeschäft von Take-Two auf die Verwaltung seiner beiden bedeutenden Publishing-Labels: Rockstar Games und 2K. Rockstar Games, ebenfalls in New York City ansässig, ist vor allem für seine Action-Adventure-Spiele bekannt, insbesondere die Grand Theft Auto-Reihe, die weltweit Millionen von Fans begeistert. Das zweite wichtige Label von Take-Two Interactive ist 2K. 2K ist in verschiedene Sparten unterteilt, darunter 2K Sports, 2K Play und 2K Games. 2K Sports entwickelt beliebte Sportsimulationsspiele wie die NBA 2K-Serie. 2K Play richtet sich mit kinder- und familienfreundlichen Spielen an ein jüngeres Publikum, während 2K Games für eine Vielzahl von Spielen, darunter auch Titel von Drittanbietern wie die Borderlands-Serie von Gearbox Software, verantwortlich zeichnet.
Bricht GTA VI alle Rekorde?
Angesichts der gewaltigen Verkaufszahlen, die Rockstars Open-World-Action-Adventure Grand Theft Auto V über die Jahre hinweg erreicht hat, stellt sich die Frage, wie sich die Fortsetzung Grand Theft Auto VI schlagen wird? Nach Ansicht von Take-Two-Chef Harry Strauss Zelnick könnte das Spiel „unübertroffen in der Branche“ sein. „Ich denke, die Welt sieht heutzutage anders aus als zu dem Zeitpunkt, an dem wir GTA V veröffentlicht haben“, erklärt Zelnick. „GTA kämpfte damals Kopf an Kopf mit Call of Duty darum, welches das größte Franchise in der Branche ist.“ Mittlerweile sei die GTA-Reihe „die Unterhaltungsmarke Nummer eins, über alle Formen der Unterhaltung hinweg". Dabei verweist er auch auf den ersten Trailer zu GTA VI mit seinen rekordverdächtigen Views und die mögliche kommerzielle Performance der Fortsetzung. Gleichzeitig glaubt Zelnick jedoch nicht, dass nur GTA allein solch große Erfolge erzielen kann: „Die großen Titel werden weiterhin performen und in Anbetracht der Geschichte der Unterhaltungsbranche werden die Großen und Besseren einfach immer besser und größer“, erläutert er. „Das Mittelmäßige verschwindet und alles dazwischen muss entweder wirklich gut werden oder verschwindet ebenfalls.“ Nach aktuellem Stand soll GTA VI im Herbst 2025 für PlayStation 5 und Xbox Series X/S auf den Markt kommen.
Wichtige Übernahmen und Schattenseiten
Im Januar 2021 gab Take-Two die Übernahme der ausstehenden Aktien von Zynga für knapp $10 pro Aktie bekannt; Kostenpunkt: $12.7 Milliarden. Dieser transformative Zusammenschluss vereinte nicht nur zwei der weltweit führenden Unternehmen im Bereich der interaktiven Unterhaltung, sondern machte Take-Two auch zu einem der größten und am stärksten diversifizierten Anbieter von mobilen Spielen in der Branche. Durch diese Übernahme baute Take-Two sein mobiles Angebot weiter aus, zu dem bereits beliebte Spiele wie Dragon City, Monster Legends, Top Eleven, Two Dots und WWE SuperCard gehörten. Da sowohl Take-Two als auch Zynga ikonische Franchises besitzen, bildet die Kombination der beiden Unternehmen eines der größten und vielfältigsten Portfolios in der Branche.
In der Videospiel-Industrie läuft es zuletzt jedoch alles andere als rosig. Erst kürzlich sorgte die Ankündigung von Microsoft, große Entwicklerstudios wie Tango Gameworks (The Evil Within, Hi-Fi Rush) und Arkane Austin (Dishonored, Prey) zu schließen, für einen Aufschrei unter Gamern. Doch das scheint erst der Anfang zu sein. Ein ausführlicher Bericht von IGN legte in der Folge nahe, dass wohl auch Take-Two mehrere Studioschließungen plane. Schon länger gab es Spekulationen, dass die Entwickler von Kerbal Space Program 2 und OlliOlli World von Schließungen betroffen sein könnten. Nun herrscht Klarheit: Nicht nur diese beiden Entwicklerstudios, sondern die gesamte Indie-Sparte von Take-Two, bekannt als Private Division, wird geschlossen und sämtliche Mitarbeiter entlassen – Take-Two-CEO Strauss Zelnick hatte dementgegen noch vor Kurzem betont, dass keine Indie-Studios von Schließungen betroffen sein werden.
Nun soll sich jedenfalls nur noch ein kleines Team um die Betreuung bereits veröffentlichter Spiele wie No Rest for the Wicked oder Tales of the Shire kümmern. Sämtliche Publishing-Verträge mit anderen Studios, etwa mit Bloober Team (The Medium, Layers of Fear), werden aufgelöst. Ein letzter Hoffnungsschimmer bleibt: Es besteht noch die Möglichkeit, dass Private Division verkauft oder anderweitig übernommen wird. Wie sich diese Entwicklungen letztlich auf die Videospiel-Industrie und zukünftige Projekte wie GTA VI auswirken werden, bleibt abzuwarten. Ob sich beim TTWO-Papier abwarten lohnt und wo sich die nächsten Einstiegsmöglichkeiten bieten, das erfahren Sie bereits ab dem 12. Juni in unserem TECH33-Paket.



