SAP-Quartalszahlen: Gewinn glänzt, Umsatz sorgt für Fragezeichen
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SAP-Quartalszahlen: Gewinn glänzt, Umsatz sorgt für Fragezeichen

Author

Muriel Ayari

Das Wichtigste in Kürze:

  • SAP verfehlt mit 11.26 Milliarden US-Dollar die Umsatzprognose.
  • Der Gewinn je Aktie übertrifft mit 2.15 US-Dollar den Konsens.
  • Der freie Cashflow wächst im Jahresvergleich um 27 Prozent.

Q2 2026 QuartalsergebnisseIst-WertSchätzung
Umsatz$11.26B$11.44B
EPS$2.15$2.03
Cloud-Umsatz$7.16BN/A
SaaS/PaaS$7.09BN/A
Cloud-ERP-Suite$6.30BN/A

SAP-Quartalszahlen: Gewinn über Konsens, Umsatz darunter

SAP hat im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 11.26 Milliarden US-Dollar erzielt. Damit blieb der Softwarekonzern um 0.18 Milliarden US-Dollar unter der Analystenerwartung von 11.44 Milliarden US-Dollar. Gegenüber dem Vorjahresquartal legten die Erlöse dennoch um neun Prozent zu. Das langsamere Wachstum des klassischen Lizenz-, Support- und Dienstleistungsgeschäfts verhinderte eine stärkere Umsatzdynamik.

Auf der Ergebnisseite schnitt SAP besser ab: Der Gewinn je Aktie stieg im Jahresvergleich um 30 Prozent auf 2.15 US-Dollar und übertraf den Konsens von 2.03 US-Dollar um 0.12 US-Dollar. Der Nettogewinn belief sich auf 2.52 Milliarden US-Dollar. Der ausgewiesene Non-IFRS-Gewinn je Aktie lag bei 1.81 US-Dollar. Insgesamt zeigen die Zahlen ein gemischtes Bild: Die Umsatzentwicklung blieb hinter den Markterwartungen zurück, während Gewinnwachstum und Kostenkontrolle die Erwartungen übertrafen.

  

SAP: Cloud und ERP bleiben die wichtigsten Wachstumstreiber

Der Cloud-Umsatz war erneut der zentrale Wachstumsmotor von SAP. Er stieg um 22 Prozent auf 7.16 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 6.28 Milliarden Euro. Währungsbereinigt betrug das Plus 24 Prozent. Für den Cloud-Umsatz lag keine separate Analystenschätzung vor. Besonders wichtig war die Cloud ERP Suite: Ihr Umsatz wuchs um 25 Prozent auf 6.30 Milliarden US-Dollar. Auch hierfür war kein belastbarer Konsens verfügbar. Die Migration über RISE with SAP und GROW with SAP trieb die Nachfrage insbesondere in APJ und EMEA.




Der aktuelle Cloud-Auftragsbestand erhöhte sich um 27 Prozent auf 26.14 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 22.9 Milliarden Euro. Währungsbereinigt lag das Wachstum bei 26 Prozent. Reltio steuerte weniger als einen Prozentpunkt bei. Gegenwind kam aus dem Altgeschäft: Softwarelizenzen sanken um 32 Prozent, Support um acht Prozent und Dienstleistungen um drei Prozent. Das erklärt teilweise die verfehlte Umsatzprognose.

Analyse der SAP-Quartalszahlen

Die Cashflow-Entwicklung fiel stärker aus als das Umsatzwachstum. Der freie Cashflow von SAP stieg um 27 Prozent auf 3.42 Milliarden US-Dollar beziehungsweise drei Milliarden Euro. Der operative Cashflow legte um 22 Prozent auf 3.59 Milliarden US-Dollar zu. Damit verfügt SAP über finanziellen Spielraum für Investitionen, Übernahmen und Kapitalrückführungen.

Der Bruttogewinn erreichte 8.24 Milliarden US-Dollar bei einer Bruttomarge von 73.2 Prozent. Im Cloud-Geschäft standen 5.32 Milliarden US-Dollar Bruttogewinn und eine Marge von 74.3 Prozent zu Buche. Der operative Gewinn belief sich auf 3.01 Milliarden US-Dollar, die operative Marge auf 26.8 Prozent. Auf Non-IFRS-Basis erreichte SAP einen operativen Gewinn von 3.13 Milliarden US-Dollar und eine Marge von 27.8 Prozent. Trotz dieser Profitabilität sank die operative Marge gegenüber dem Vorjahr, da SAP die Forschungsausgaben erhöhte. Die effektive Steuerquote betrug auf IFRS-Basis 26.5 Prozent und auf Non-IFRS-Basis 30.8 Prozent.

Elliot-Wellen-Analyse für SAP SE

Elliot-Wellen-Analyse Chart

SAP-Ausblick: Cloud-Wachstum trifft auf höhere Investitionen

Für das Gesamtjahr 2026 erwartet SAP einen Cloud-Umsatz zwischen 29.41 Milliarden und 29.87 Milliarden US-Dollar. Die kombinierten Cloud- und Softwareerlöse sollen 41.38 Milliarden bis 41.95 Milliarden US-Dollar erreichen. Beim Non-IFRS-Betriebsgewinn stellt der Konzern 13.45 Milliarden bis 13.91 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Der freie Cashflow soll rund 11.40 Milliarden US-Dollar betragen.

Die Prognose unterstreicht, dass SAP weiterhin auf wiederkehrende Cloud-Erlöse und steigende Cashflows setzt. Gleichzeitig reduzierten die Übernahmen von Dremio und Prior Labs den Ausblick für den operativen Gewinn 2026 um 100 Millionen Euro. Die Investitionen unterstützen die Strategie rund um Autonomous Enterprise und Business AI, erhöhen kurzfristig jedoch den Margendruck. Für Anleger wird entscheidend sein, ob SAP den Cloud-Auftragsbestand zügig in Umsatz umwandelt und die Schwäche bei Lizenzen, Support und Dienstleistungen kompensiert.

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