Das Wichtigste in Kürze:
- Qualcomm übertrifft mit 9.9 Milliarden US-Dollar Umsatz die Markterwartung.
- Qualcomms Gewinn je Aktie verfehlt mit 2.21 US-Dollar den Konsens.
- Automotive wächst um 61 Prozent und bleibt Qualcomms wachstumsstärkster Bereich.
| Q3 2026 Quartalsergebnisse | Ist-Wert | Schätzung |
|---|---|---|
| Umsatz | $9.9B | $9.7B |
| EPS | $2.21 | $2.23 |
| QCT-Halbleitergeschäft | $8.5B | N/A |
| QTL-Technologielizenzierung | $1.3B | N/A |
| Mobiltelefone | $5.1B | N/A |
Qualcomm übertrifft im dritten Quartal 2026 die Umsatzprognose
Qualcomm hat im dritten Quartal 2026 einen Umsatz von gerundet 9.9 Milliarden US-Dollar beziehungsweise exakt 9.95 Milliarden US-Dollar erzielt. Damit übertraf der Konzern die Markterwartung von 9.7 Milliarden US-Dollar um 0.2 Milliarden US-Dollar und erreichte zugleich das obere Ende der eigenen Prognosespanne. Gegenüber dem Vorjahresquartal sank der Umsatz dennoch um vier Prozent.
Beim Ergebnis fiel die Bilanz schwächer aus. Der bereinigte verwässerte Gewinn je Aktie erreichte 2.21 US-Dollar und verfehlte den Konsens von 2.23 US-Dollar um 0.02 US-Dollar. Im Jahresvergleich sank das EPS um 20 Prozent und entwickelte sich damit deutlich schlechter als der Umsatz. Der Nettogewinn belief sich auf 2.0 Milliarden US-Dollar. Die Zahlen zeigen ein gemischtes Bild: Der Umsatz hielt sich besser als vom Markt befürchtet, doch der Gewinnrückgang signalisiert zunehmenden Kostendruck und eine ungünstigere Zusammensetzung der Erlöse.
Automotive federt den Rückgang bei Mobiltelefonen ab
Das QCT-Halbleitergeschäft blieb mit 8.5 Milliarden US-Dollar der mit Abstand wichtigste Bereich, verzeichnete gegenüber dem Vorjahr jedoch einen Rückgang um fünf Prozent. Separate Konsensschätzungen für das Segment lagen nicht vor. Hauptbelastung war das Mobiltelefongeschäft: Dessen Umsatz sank um 20 Prozent auf 5.09 Milliarden US-Dollar beziehungsweise gerundet 5.1 Milliarden US-Dollar.
Den Gegenpol bildete das Automobilgeschäft. Der Umsatz stieg um 61 Prozent auf 1.59 Milliarden US-Dollar beziehungsweise gerundet 1.6 Milliarden US-Dollar. Damit erreichte Qualcomm dort das 23. Quartal in Folge mit zweistelligem Wachstum. Auch für Automotive gab es keine veröffentlichte Konsensschätzung. Das IoT-Geschäft steigerte seine Erlöse um neun Prozent auf 1.83 Milliarden US-Dollar beziehungsweise gerundet 1.8 Milliarden US-Dollar. Automotive und IoT wuchsen zusammen um 28 Prozent. Die QTL-Technologielizenzierung ging dagegen um drei Prozent auf 1.3 Milliarden US-Dollar zurück.
Einordnung und Analyse zu Qualcomm
Die Cashflows blieben hoch, verloren jedoch deutlich an Dynamik. Der operative Cashflow sank im Jahresvergleich um 16 Prozent auf 8.4 Milliarden US-Dollar. Der freie Cashflow sank um 26 Prozent auf 6.8 Milliarden US-Dollar. Damit verfügt Qualcomm weiterhin über erheblichen finanziellen Spielraum für Forschung, Übernahmen und Kapitalrückführungen. Die im Vergleich zum Umsatz stärkeren Rückgänge mahnen jedoch zur Vorsicht.
Die Bruttomarge lag bei 53 Prozent, die operative Marge bei 16 Prozent. Im QCT-Geschäft verringerte sich die EBT-Marge um vier Prozentpunkte auf 26 Prozent. Höhere Kosten für Halbleiterkomponenten sowie steigende Ausgaben für Forschung und Entwicklung, Vertrieb und Verwaltung belasteten die Profitabilität. Für die Anlageentscheidung ist entscheidend, ob Automotive, IoT und Rechenzentren schnell genug skalieren, um die Schwäche bei Smartphones auszugleichen. Der Umsatz übertraf zwar die Erwartungen, das verfehlte EPS und der rückläufige freie Cashflow begrenzen jedoch den positiven Impuls.
Ausblick und Prognose
Für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 stellt Qualcomm einen Umsatz zwischen 9.7 Milliarden und 10.5 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Das QCT-Geschäft soll 8.4 Milliarden bis 9.0 Milliarden US-Dollar beisteuern, während für QTL Erlöse von 1.2 Milliarden bis 1.4 Milliarden US-Dollar erwartet werden. Beim verwässerten GAAP-EPS prognostiziert das Management 1.22 bis 1.42 US-Dollar. Bereinigt sollen 2.05 bis 2.25 US-Dollar erreicht werden.
Die breite Umsatzspanne signalisiert weiterhin hohe Unsicherheit im Smartphone-Markt. Gleichzeitig will der Konzern die Diversifizierung beschleunigen und bis zum Geschäftsjahr 2029 insgesamt 40 Milliarden US-Dollar Umsatz außerhalb des Mobiltelefongeschäfts erzielen. Für das Geschäftsjahr 2027 erwartet das Management dort ein Wachstum von mehr als 60 Prozent, einschließlich Rechenzentren. Die Übernahme von Modular soll diese Strategie mit einer offenen Softwarebasis für generative und agentenbasierte künstliche Intelligenz unterstützen. Entscheidend bleibt, ob die neuen Bereiche auch die Margen stabilisieren können.
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