So mancher Börsenkenner fühlte sich in den vergangenen Wochen ins Jahr 2020 zurückversetzt. Damals hatte die Paypal-Aktie erst Federn gelassen, um dann einmal mehr zum offenen Geheimtipp zu avancieren. In den folgenden Monaten generierte man Millionen neuer Nutzer und präsentierte nur kurze Zeit später historische Erfolgszahlen. Vor einigen Tagen schien sich die Geschichte zu wiederholen: Mitte Januar kündigte der neue PayPal-Geschäftsführer Alex Chriss bahnbrechende Innovationen an, schon bald werde man „die ganze Welt schockieren“ – im positiven Sinne, versteht sich. Das nahmen Anleger wörtlich, um die Aktie entstand ein Hype wie seit Jahren nicht mehr. Und das, nachdem das Wertpapier monatelang auf niedrigem Niveau herumgedümpelt und trotz wiederholt guter Geschäftszahlen nicht vom Fleck gekommen war.
Ende letzter Woche ließ PayPal den Worten seines CEO schon mal konkrete Ankündigungen folgen: Künftig setze man verstärkt auf Cashback-Funktionen und die Implementierung Künstlicher Intelligenz (kurz: KI). Den Spekulanten auf schnelle Kursgewinne schien das nicht zu reichen, medienwirksam wurde der Zahlungsdienstleister abgestraft. Dabei hat man PayPal an der Börse einfach nicht richtig zugehört. Schließlich sind die Pläne langfristig ausgelegt und nehmen mit der Effizienz von Transaktionen und dadurch gesteigerte Margen-Erwartungen exakt das Problem in den Fokus, das Anleger so sehr an der Entwicklung des Zahlungsdienstleisters stört. Mit zunehmender Integration von Kryptowährungen und Überweisungsfunktionen, die fast ohne Nutzerdaten auskommen, trägt PayPal außerdem einem Narrativ Rechnung, das in der Finanzwelt immer wichtiger wird, nämlich dem Bedürfnis privater und auch kommerzieller Nutzer nach Anonymität und Datenschutz. Die Performance der PayPal-Aktie steht übrigens im Einklang mit dem Primärszenario unserer Analyse. Und diese prognostiziert in den nächsten Jahren eine Vervielfachung des jetzigen Kurswerts.
PayPal „atemberaubend billig“?
Fast um ein Drittel fiel die PayPal-Aktie im vergangenen Jahr, nach dem Onlineshopping-Boom infolge der Corona-Pandemie befürchteten Analysten, dass PayPal nicht an die damals eingefahrenen Milliardenumsätze anknüpfen könne – zu sehr stünden Zahlungsgebühren und Transaktionsmargen durch neue Wettbewerber unter Druck. Die Wallstreet-Bank Morgan Stanley schrieb in einer Einschätzung: „Letztendlich glauben wir, dass PayPal Anzeichen für eine Stabilisierung oder Verbesserung der wirtschaftlichen Transaktionsmargen zeigen muss, damit die Aktie funktioniert.“ Der renommierte Portfoliomanager bezeichnete das Wertpapier Ende des Jahres als „eine der frustrierendsten Aktien – aber es ist auch eine, die mich nachts ruhig schlafen lässt, weil so viel Bargeld reinkommt und ich wirklich glaube, dass es ein großartiger Wettbewerber ist“. Demnach sei die Aktie Ende des vergangenen Jahres geradezu „atemberaubend billig“ gewesen.
Analysten registrierten zwar einen signifikanten Anstieg des Zahlungsvolumens auf der Plattform, die Zugewinne hätten aber dem Mittel der Umsatzentwicklung von Online-Einzelhändlern entsprochen – ergo sei es PayPal nicht gelungen, überdurchschnittlich zu wachsen. Ähnlich behäbig gestaltete sich die Anlegerlaune, weiterhin bewegte sich die Aktie auf niedrigem Stand kaum vom Fleck. Entsprechend zurückhaltend gab sich der CEO Alex Chriss auch vor etwa zwei Wochen, als er mit seinen Prognosen für das kommende Jahr an die Öffentlichkeit trat. In den letzten Jahren habe es „nicht viel zu feiern gegeben“, räumte er ein und erkannte als Ursache, dass Innovationen „zu langsam“ vorangetrieben wurden. Das solle sich nun aber ändern – mit Neuerungen, die Händlern und Verbrauchern gleichermaßen zugutekommen sollten. 2024 werde „ein Jahr des Übergangs, aber mit einem Schwerpunkt auf Innovation“. Früher habe man laut Chriss „viele Prioritäten“ formuliert und sich darin verrannt, nun aber „haben wir sie auf fünf reduziert, die alle auf die Steigerung der Gewinne ausgerichtet sind“.
Mit Krypto und KI: Ist PayPal Börsenchance des Jahres?
Wie genau die frischen Ideen aussehen, die PayPals schlaffe Segel aus der Flaute holen sollten, gab Chriss bei dieser Gelegenheit nicht bekannt, darüber wolle man beim Innovationstag am 25. Januar sprechen. Was die soliden Zahlen der vergangenen Quartale nicht zu vollbringen vermochten, schaffte Chriss mit diesem kryptischen Statement: Die Euphorie der Anleger kehrte zurück, die Fantasie an der Börse trieb bunte Blüten und malte sich aus, wie PayPal seinem verloren geglaubten Image als Shootingstar der Szene künftig wieder gerecht werden wolle. Mitte letzter Woche war der groß angekündigte Innovationstag dann endlich da. War PayPal in den zwei Wochen zuvor noch medienwirksam als Börsenchance des Jahres gehandelt worden, so zeigte sich der öffentliche Tenor nun enttäuscht. Dabei hielt Chriss sein Wort und präsentierte wichtige Neuerungen durch die Implementierung von Künstlicher Intelligenz.
Künftig werde man Bezahlvorgänge beschleunigen, individualisierte Cashback-Funktionen noch effizienter anbieten und Geschäftskunden zu gesteigerter Sichtbarkeit verhelfen können. Eine neue Geschäftskundenplattform soll Zahlungsdienstleistungen automatisieren, dadurch beschleunigen und weitgehend ohne Nutzerdaten auskommen, also anonym funktionieren. Für PayPal, das sich in den letzten Jahren auch im Bereich der Kryptowährungs-Transaktionen stark positioniert hat, bedeutet das eine weitere Emanzipation von gängigen Branchenstandards. Durch die KI-Nutzung gelinge es, „die Dauer der Zahlungsabwicklung um fast 40 Prozent zu reduzieren“, stellte Chriss in Aussicht, in der PayPal-App sollen Cashback-Funktionen künftig einfacher genutzt werden können. Außerdem habe man die Kooperationen ausgeweitet um Unternehmen wie Uber, Walmart oder eBay. Auch bei McDonald’s soll man künftig nach PayPal-Zahlung Vorteile erwarten dürfen. Viele Investoren waren trotzdem enttäuscht, die Neuerungen wurden weithin als nicht fortschrittlich genug betrachtet.
Verzehnfacht sich die PayPal-Aktie?
PayPal-CEO Alex Chriss schienen die bärischen Unkenrufe nicht weiter zu stören. Ein Viertel der weltweiten Geldflüsse im E-Commerce-Bereich laufe über PayPals System, die Änderungen an der Strategie und dem Produkt selbst würden sich aber schon bald bezahlt machen: „Dafür bin ich hier, darauf freue ich, wenn ich nach vorne schaue“, gab der Geschäftsführer zu Protokoll, er „liebe es, ein Underdog zu sein“. Und das ist wohl auch das Stichwort schlechthin, wenn man den Kursverlauf der Paypal-Aktie betrachtet. Der jüngste Anstieg um knapp 21 Prozent markierte den stärksten impulsiven Anstieg seit Monaten, in der aktuellen Bewegung dürfte es demnächst in Richtung der $100-Marke gehen. Zuletzt sendete der Kurs ein „massiv starkes Zeichen“ aus, wie unser Analyst Phantom in der kürzlich auf YouTube erschienenen Video-Analyse zu Paypal hervorhob.
Zwar wurde das Wertpapier in den letzten Tagen wieder ein gutes Stück nach unten gedrückt, die impulsive Aufwärtsstruktur wurde laut unserer Analyse aber nicht gebrochen – zumal der Rücksetzer oberhalb jener Zielzone blieb, die wir als Möglichkeit für neue Positionen schon vor einigen Monaten kommuniziert hatten. Außerdem fing sich der Kurs schnell wieder und strebte in den letzten Handelsstunden wieder aufwärts. Langfristig soll die unlängst zu beobachtende bullische Divergenz das Fundament für nachhaltige Anstiege bis in die dafür hinterlegte Zielzone zwischen $559 und $868 gehen, was etwa einer Verzehnfachung des aktuellen Kurswerts entspricht. Weitere Möglichkeiten für lukrative Einstiege stehen noch bevor – und um die entsprechenden Kursbereiche erfolgreich zu nutzen, empfiehlt sich unser beliebtes TECH33-Paket mit regelmäßigen Analysen und Updates zu Kaufmöglichkeiten für PayPal und mehr als 30 weitere Aktien der weltgrößten Tech-Unternehmen wie Apple, Microsoft oder auch den Chipgiganten Nvidia.



