Nichts als heiße Luft: Musk lässt Twitter-Deal platzen
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Nichts als heiße Luft: Musk lässt Twitter-Deal platzen

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Florian Winter

Elon Musk sorgte mit seinen Plänen hinsichtlich der Übernahme des Kurznachrichtendienstes Twitter in den vergangenen Monaten für reichlich medialen Wirbel. Auch, weil der äußerst kommunikationsfreudige Tesla-Chef immer wieder verlauten ließ, dass er mit der Plattform Großes vorhabe. Unter anderem plante der ambitionierte Unternehmer ein Abo-Konzept für gewerbliche Nutzer, eine Verfünffachung des Umsatzes, eine Erhöhung des Cashflows auf jährlich $9.2 Milliarden, eine Steigerung der weltweiten Nutzerzahlen auf über 900 Millionen – und ganz nebenbei die Realisierung eines „Meinungsfreiheits-Mekkas“. So zumindest die Aussagen des Multimilliardärs. Jetzt hat die ganze Geschichte eine – für einige Experten nicht unbedingt überraschende – Wendung genommen: Musk möchte Twitter nun doch nicht mehr übernehmen und hat den im April besiegelten $44-Milliarden-Deal platzen lassen. Begründet wird der Musk-Rückzug seitens seiner Anwälte damit, dass Twitter „falsche und irreführende“ Angaben hinsichtlich des Umfangs von auf der Plattform aktiven Spam- respektive Fake-Accounts gemacht habe. Ohne Folgen dürfte dieser Turnaround für den Pionier der Elektromobilität aber nicht bleiben. Denn es ist derzeit nicht davon auszugehen, dass der 51-jährige Südafrikaner so einfach aus der Nummer herauskommt, wie er sich das offenbar vorstellt…

Twitter zieht vor Gericht

Die Twitter-Führungsriege ließ nämlich bereits vermelden, dass man Musk vor Gericht bringen und den geplanten Kauf notfalls juristisch erzwingen möchte. Bret Taylor, seines Zeichens Verwaltungsratschef des Unternehmens, führt diesbezüglich auf, dass man „die Transaktion zu dem Preis und zu den Bedingungen“, die vereinbart wurden, abwickeln möchte und man zuversichtlich sei, dass dies mit Hilfe des Gerichts auch gelingen werde. Verhandelt werden dürfte die Causa Twitter vs. Musk in einer kleinen Provinz, wo Twitter und mehr als die Hälfte der großen US-Konzerne ihre Firmensitze haben. Entsprechend gelten die dort agierenden Richter Spezialisten im Bereich des Unternehmensrechts. Experten zufolge drohe Musk eine empfindliche Vertragsstrafe in Höhe von $1 Milliarde, es könne aber offenbar auch darauf hinauslaufen, dass der SpaceX-Gründer die Kurznachrichtenplattform tatsächlich zu den festgelegten Konditionen kaufen muss.

Musks Anwälte werfen den Twitter-Bossen vor, dass ihr Mandant im Rahmen der Kaufverhandlungen in die Irre geführt wurde. So sei seitens Twitter kommuniziert worden, dass der Anteil der künstlichen Twitter-Accounts an der Gesamtnutzerzahl weniger als 5% betrage. Weiter habe das Unternehmen seinem potenziellen Käufer nicht die notwendigen Informationen zur Ermittlung der Fake-Profile bereitgestellt. Twitter widerspricht diesen Anschuldigungen und verweist darauf, dass man Musk Zugriff auf einen Datenstrom ermöglicht habe, mit Hilfe welchem jeder einzelne publizierte Tweet analysiert werden könne. Darüber hinaus werfen die Musk-Anwälte Twitter vor, nach Besieglung des Übernahmedeals zwei Mitarbeiter in Führungspositionen entlassen habe – und zwar ohne Musk in die Entscheidung mit einzubeziehen.

Twitter ist sich keiner Schuld bewusst

Ob die von Musks Anwälten hervorgebrachten Anschuldigungen ausreichen, um ihren Mandaten aus der Geschichte herauszuboxen, darf für den Moment zumindest angezweifelt werden. So sind die Gerichte in Delaware nicht dafür bekannt, besiegelte Übernahmedeals einfach mal so als ungültig zu bewerten. Zwar ist dies in der Vergangenheit bereits das ein oder andere Mal geschehen, in diesen Fällen verschwiegen Manager ihren potenziellen Käufern aber in der Regel massive Verbindlichkeiten oder andere hinsichtlich der Unternehmensperformance relevante Kennzahlen. Dementsprechend kommt die oben beschriebene Zuversicht der Twitter-Verantwortlichen, den Rechtsstreit mit dem reichsten Mann der Welt zu gewinnen, nicht von ungefähr. So habe man im Zuge der Verhandlungen alles Relevante offengelegt sei sich demnach keiner Schuld bewusst.

Die Twitter-Aktie hat nach Bekanntwerden des Musk-Rückzugs im vorbörslichen Handel um zwischenzeitlich rund 8% nachgegeben, aktuell rangiert das Wertpapier in etwa 5% im Minus. Von uns wurde Twitter übrigens fest ins TECH33-Aktienpaket aufgenommen. Am vergangenen Sonntag, den 10. Juli, erhielten die Abonnenten dann zum ersten Mal eine schriftliche Analyse zu dieser Aktie. Durch den heutigen Einbruch der Aktie wurde bereits heute im vorbörslichen Handel klar, dass sich die hochprozentige Alternative durchsetzt. Entsprechend haben wir heute alle Abonnenten des TECH33-Pakets per Kurznachricht über das neue Szenario informiert.

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Florian Winter

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