Mehr Unabhängigkeit für Europa: Neue Gigafabrik in Nordfrankreich
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Mehr Unabhängigkeit für Europa: Neue Gigafabrik in Nordfrankreich

Author

Louisa Hellmann

Im Norden Frankreichs im Département Pas-de-Calais wurde am Dienstag eine der größten Batteriefabriken Europas eröffnet. Noch hat die Produktion nicht begonnen, sie soll aber im Laufe des Jahres starten, sodass bis zum Ende dieses Jahrzehnts Batterien für etwa 800 000 Elektroautos pro Jahr hergestellt werden können. Verantwortlich für die nagelneue Gigafabrik zeichnet sich das Unternehmen ACC („Automotive Cells Company“), ein Zusammenschluss aus den Automobilherstellern Stellantis und Mercedes-Benz sowie dem französischen Energieversorger TotalEnergies. Die Chefs aller drei Konzerne waren zur Eröffnung vor Ort, ebenso wie der französische Wirtschaftsminister, Bruno Le Maire, der deutsche Verkehrsminister, Volker Wissing und der italienische Minister für wirtschaftliche Entwicklung, Adolfo Urso. Sie alle betonten die Bedeutung des neuen Batteriewerks für Europa, welches die Wettbewerbsfähigkeit und Unabhängigkeit der europäischen Autoindustrie fördern soll.

Die neue Gigafabrik in Nordfrankreich soll schon bald Batterien für etwa 800 000 Elektroautos pro Jahr herstellen (Foto: ACC).

Mehr Fabriken – mehr Unabhängigkeit

Die Gigafabrik soll also nicht nur im wirtschaftsschwachen Norden Frankreichs für frischen Aufwind und neue Arbeitsplätze sorgen (in vier Jahren sollen dort rund 2000 neue Arbeitsplätze entstehen), sondern auch der Startschuss für den Bau weiterer Batteriewerke sein. So plant ACC, Ende 2025 zusätzlich im Rheinland-Pfälzischen Kaiserslautern sowie in Termoli, Italien, jeweils eine Fabrik zu errichten. Rund 7€ Milliarden will das Unternehmen dafür investieren, wobei 1.3€ Milliarden davon durch staatliche Förderungen aus Deutschland und Frankreich gedeckt werden. Zudem hat die französische Regierung im Rahmen der Reindustrialisierung noch drei Batteriewerke in Planung, die wiederum 10 000 neue Arbeitsplätze bieten sollen. Vor allem sollen diese europäischen Fabriken aber der Abnabelung von Asien dienen. Untersuchungen der südkoreanischen Marktforschungsfirma SNE Research zufolge stammen nämlich noch immer sechs der zehn weltweit führenden Batterieproduzenten aus China. Die restlichen vier sind in Südkorea und Japan angesiedelt.

Ehrgeizige elektrische Pläne 

Sich im Hinblick auf Batterieproduktion weiterzuentwickeln, erscheint nur sinnvoll, denn immerhin verfolgt Europa ehrgeizige Pläne, die bedeuten, dass ab 2035 nur noch Elektroautos verkauft werden dürfen. Und viele Autohersteller ziehen gleich: So sollen bei Mercedes ab 2025 ausschließlich vollelektrische Fahrzeuge vom Band laufen und Stellantis-Tochter Opel will bereits ab 2028 auf dem europäischen Markt keine Verbrenner mehr anbieten. Mit seinen Gigafabriken plant ACC daher, bis 2030 eine Kapazität von rund 120 Gigawattstunden zu erreichen, was ungefähr zwei Millionen Batterien pro Jahr entspricht. Allerdings: Wenn Mercedes tatsächlich ab 2025 nur noch Elektroautos vertreibt, würde das allein schon eine Kapazität von etwa 200 Gigawattstunden erfordern. Deshalb arbeitet der Konzern mit dem chinesischen Akkuhersteller CATL („Contemporary Amperex Technology“) zusammen, der mittlerweile zu den zehn größten Autozulieferern der Welt zählt. Bislang kann also wohl noch nicht auf Unterstützung aus Asien verzichtet werden…

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Louisa Hellmann

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