- Unter DORA gelten Amazon Web Services und Google Cloud als kritische Anbieter für finanzielle Dienste.
- Finanzinstitute müssen ihre Verträge und IKT-Dienstleister künftig streng nach DORA-Vorgaben kontrollieren.
- Das bedeutet für die Finanzbranche potenziell höhere Compliance-Kosten.
Was besagt das EU-Regelwerk DORA?
Die Einführung von DORA (Digital Operational Resilience Act) stellt einen markanten Wendepunkt für die Regulierung digitaler Infrastrukturen im Finanzwesen dar. Zugleich richtet sich die Regulierung gezielt gegen Abhängigkeiten von IKT-Dienstleistern (Informations- und Kommunikationstechnologien) bei Finanzinstitutionen. DORA verlangt, dass Finanzunternehmen und deren IKT-Dritt-Dienstleister europaweit verbindlich Anforderungen ans Risikomanagement einhalten müssen.
DORA erfasst zahlreiche Finanzorganisationen und deren Technologiepartner wie Tochterunternehmen von Amazon oder Alphabet. Diese Einstufung zeigt, dass ihre Dienstleistungsketten mittlerweile systemisch für Finanzinstitute sind und strategische Bedeutung besitzen.
DORA: Von Alphabet und Amazon abhängig?
Durch die zunehmende Digitalisierung der vergangenen Jahre sind Banken und Versicherer immer stärker von externen Technologie-Anbietern abhängig geworden. DORA greift genau hier ein und erzeugt einen europaweit einheitlichen Rahmen. Insbesondere gewinnt die Vertrags- und Governance-Struktur an Bedeutung, wenn Finanzinstitute Cloud- oder Plattformdienste von Amazon (AWS) oder Google nutzen.
Die Einstufung von AWS als kritischer IKT-Drittanbieter durch die europäischen Aufsichtsbehörden verdeutlicht die regulatorische Absicht, zentrale Infrastruktur-Anbieter stärker zu beaufsichtigen. Konkret heißt das zudem: Finanzunternehmen müssen künftig detaillierte Register führen, IKT-Risiken klassifizieren und Verträge mit Dienstleistern nach DORA-Vorgaben anpassen.
Was verändert DORA?
Finanzunternehmen müssen noch mehr Compliance-Strukturen aufbauen, die kostspielig sind. Gleichzeitig eröffnet dies Chancen für jene IKT-Anbieter, die frühzeitig regulatorisch vorbereitet sind und als verlässliche Partner im neuen stärker regulierten Umfeld auftreten können. Eine mögliche Konzentration bei noch wenigeren großen IKT-Anbietern ist möglich, was wiederum neue systemische Abhängigkeiten schaffen könnte.
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FAQ
Was macht AWS?
AWS stellt eine umfangreiche Cloud-Umgebung bereit, in der Unternehmen Rechenleistung, Datenspeicherung und zahlreiche digitale Dienste flexibel nutzen können. Die Plattform ersetzt eigene Serverlandschaften, da sie Infrastruktur- und Softwarefunktionen direkt über das Internet zur Verfügung stellt.
Wie hoch ist der Marktanteil von AWS weltweit?
Im globalen Markt für Cloud-Infrastrukturdienste erreicht AWS einen Anteil von rund dreißig Prozent und bleibt damit ein wesentlicher Anbieter der Branche. Dieser Anteil zeigt, dass AWS international eine stabile Position gegenüber anderen großen Cloud-Plattformen einnimmt.



