Konkurrenz auf dem KI-Markt: Hochkarätiges Konsortium sägt an Nvidias Thron
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Konkurrenz auf dem KI-Markt: Hochkarätiges Konsortium sägt an Nvidias Thron

Author

Louisa Hellmann

Klar – es sind die Superchips, die Nvidia in der letzten Zeit zu wahren Höhenflügen verholfen haben, doch auch die Software des Unternehmens – welches mittlerweile einen Börsenwert von rund $2.2 Billionen erreicht hat – ist eine wichtige Basis für seinen Erfolg. Und genau an dieser Stelle will ein Konsortium um die Tech-Giganten Google, Intel und Qualcomm nun ansetzen, um Nvidia seinen Thron streitig zu machen.

 

Streben nach Unabhängigkeit

Weltweit sind durch die Nvidia-Software mehrere Millionen Entwickler an die Chips des Konzerns gebunden und programmieren auf Basis der beinahe 20 Jahre alten Plattform CUDA neue (KI-)Anwendungen – was Nvidias Marktstellung immer weiter festigt. Dem will ein Zusammenschluss, gegründet von Google, Intel, Samsung, Arm, Fujitsu, Qualcomm und Imagination Technologies jetzt ein Ende bereiten und Programmierern zeigen, „wie sie von einer Nvidia-Plattform abwandern können“ – so Qualcomms KI-Chef Vinesh Sukumar. Das Konsortium namens UXL Foundation („Unified Acceleration Foundation“) will neue Software und Tools entwickeln, die unabhängig von bestimmten Chips oder Hardware funktionieren und entsprechend auf jeder Maschine laufen können. Dazu hatte Intel das Open-Source-Projekt OneAPI ins Leben gerufen, einen sogenannten „Offenen Standard“ für eine einheitliche Anwendungsprogrammierschnittstelle (engl. Application Programming Interface oder kurz: API), also für die Vermittlungsebene, welche die Datenübertragung zwischen verschiedenen Systemen sicherstellt. Dabei werden technische Normen festgelegt, die dafür sorgen, dass Anwendungen offen bleiben und so von unterschiedlichen Geräten genutzt sowie von anderen Entwicklern weiterentwickelt werden können. Im September letzten Jahres ging aus diesem OneAPI-Projekt dann die UXL Foundation hervor. Google-Direktor Bill Hugo bringt das Ziel der Arbeitsgemeinschaft auf den Punkt: Es gehe darum, „ein offenes Ökosystem [zu] schaffen und die Produktivität und die Auswahl an Hardware [zu] fördern“. Dabei wollen sich die Tech-Kollegen vor allem auf die neuesten KI- und Hochleistungscomputer-Anwendungen fokussieren. Später sollen die eigens entwickelten Anwendungen dann aber auch die Technologie von Nvidia unterstützen.

 

Ein straffer Zeitplan

Noch in der ersten Hälfte dieses Jahres will sich das Konsortium auf die technischen Rahmenbedingungen für sein Programm einigen; anschließend sollen von den verantwortlichen Entwicklern die Details festgelegt werden, sodass bis Ende des Jahres ein komplett ausgereiftes Standardprogrammiermodell für Künstliche Intelligenz verfügbar sein soll. Auch stehen Beteiligungsanfragen an weitere Tech-Unternehmen, wie Amazon und Microsoft, im Raum – wenngleich diesbezügliche Zusagen bislang ausgeblieben sind.

Nvidia betrachtet das neue Konkurrenz-Konsortium derweil mit wohlwollender Gelassenheit. Manager Ian Buck sieht in dem zunehmenden Wettbewerb vielmehr einen Beitrag, um „die KI und den Umfang dessen, was Accelerated Computing erreichen kann, voranzutreiben“.

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Louisa Hellmann

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