Indikatorenanalyse im HKCM-Dashboard
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Indikatorenanalyse im HKCM-Dashboard

Author

Florian Winter

Indikatorenanalyse der HKCM

Wie bereits im vergangenen Beitrag angekündigt, erhalten unsere Abonnenten der Märkte Bitcoin/Ethereum, Gold, Silber, Rohöl, Nasdaq, S&P 500, Dow Jones/Russell 2000, Hang Seng und DAX/MDAX ab diesem Mittwoch wöchentlich ergänzende Analysen zu den drei Indikatoren MACD (Moving Average Convergence Divergence), RSI (Relative Strength Index) und Momentum-Squeeze.
  
Im Folgenden erhalten Sie von uns eine detailreiche schriftliche Betrachtung der einzelnen Indikatoren
  
An dieser Stelle sei noch angemerkt, dass es – wie auch bei der Interpretation unserer Elliott-Wellen-Analyseinhalte – bei der schriftlichen Darlegung der Indikatorenanalyse stets unser Anspruch sein wird, Ihnen nachvollziehbar und auf das Wichtigste heruntergebrochen die (für Ihren Handel) relevanten Inhalte näherzubringen.

Moving Average Convergence Divergence, kurz: MACD


Der MACD ist ein Trendfolgeindikator, der auf exponentiellen gleitenden Durchschnitten (kurz: EMA; engl.: Exponential Moving Average) basiert.

Der MACD besteht aus drei zentralen Elementen:


  • MACD-Linie: Hierbei handelt es sich um die Differenz zwischen dem 12er-EMA (durchschnittlicher Kurs der letzten 12 Perioden) und dem 26er-EMA (durchschnittlicher Kurs der letzten 26 Perioden). Somit lässt sich an der MACD-Linie die übergeordnete Trendrichtung erkennen.

  • Signallinie: Hierbei handelt es sich um den 9er-EMA (durchschnittlicher Kurs der letzten 9 Perioden) der MACD-Linie.

  • MACD-Histogramm: Hierbei handelt es sich um die grafische Darstellung der Differenz zwischen der MACD- und der Signallinie.

Der MACD wird primär eingesetzt, um Veränderungen in der Stärke, Richtung, Dynamik und Dauer eines Trends zu identifizieren. Er ist besonders effektiv bei der Identifikation von Trendwenden in mittelfristigen Zeitfenstern. Auf diese Weise hilft er, Trendumkehrpunkte zu erkennen, ohne durch kurzfristige Schwankungen verfälscht zu werden. Entsprechend ergänzt er unsere zyklische Elliott-Wellen-Analyse ideal, da er uns mögliche Bestätigungen für eine abgeschlossene Welle oder einen ganzen Zyklus liefern kann.

Wie der MACD interpretiert werden kann:


  • MACD-Kreuzungen: Wenn die MACD-Linie die Signallinie von unten nach oben durchbricht, wird dies als bullisches Signal gewertet. Wenn die MACD-Linie hingegen die Signallinie von oben nach unten kreuzt, kann das als bärisches Signal interpretiert werden.

  • MACD-Histogramm: Die Balken zeigen die Differenz zwischen MACD- und Signallinie. Ein wachsendes Histogramm signalisiert zunehmendes Momentum (in der laufenden Bewegung), ein schrumpfendes Histogramm deutet hingegen auf abnehmendes Momentum hin. 

    Ein Schneiden der Nulllinie durch das Histogramm geht stets mit einer Kreuzung von MACD- und Signallinie einher – auch als Crossover bezeichnet –, was auf einen potenziell bevorstehenden Trendwechsel hindeuten kann. Wesentlich für die Interpretation ist, wo im Kursverlauf und wo innerhalb des Indikators die Kreuzung auftritt.

  • Nulllinien-Kreuzung: Schneidet die MACD-Linie die Nulllinie, signalisiert dies einen Trendwechsel auf übergeordneter Ebene.

Bei der Interpretation des MACD spielen Divergenzen eine zentrale Rolle:

Eine Divergenz entsteht, wenn sich der eigentliche Kursverlauf und der Indikator entgegengesetzt entwickeln.


  • Bärische Divergenz: Der Kurs bildet ein neues Hoch aus, während der MACD kein neues Hoch ausbaut. Dies ist in der Regel ein Hinweis auf Schwäche des Kurses (und somit auf eine potenzielle Trendumkehr nach unten).

  • Bullische Divergenz: Der Kurs bildet ein neues Tief aus, während der MACD kein neues Tief ausbaut. Dies ist in der Regel ein Hinweis auf Stärke des Kurses (und somit auf eine potenzielle Trendumkehr nach oben).

  • Divergenzen können sowohl bei der MACD-Linie als auch im Histogramm auftreten.

Warum kann der MACD der EW-Analyse „widersprechen“?


Die Elliott-Wellen-Analyse ist antizipativ – sprich: vorausschauend – und betrachtet Marktpsychologie sowie die Struktur von Impuls- und Korrekturwellen. Der MACD hingegen ist reaktiv, basiert ausschließlich auf Preisverläufen der Vergangenheit und kann zeitlich verzögert reagieren. Eine Elliott-Welle könnte also bereits abgeschlossen sein, obwohl der MACD noch kein Umkehrsignal zeigt – oder umgekehrt.

Relative Strength Index, kurz: RSI

 

Der RSI ist ein Oszillator, der das Verhältnis zwischen durchschnittlichen Aufwärts- und Abwärtsbewegungen in einem definierten Zeitraum (meist 14 Perioden) misst. Er bewegt sich auf einer Skala von 0 bis 100.

 

  • Werte über 70 gelten als überkauft. Dies könnte auf einen (baldigen) Trendwechsel zur Unterseite hindeuten.

  • Werte unter 30 gelten als überverkauft. Dies könnte auf einen (baldigen) Trendwechsel zur Oberseite hindeuten.

  • Sowohl überkaufte als auch überverkaufte Zustände können über einen längeren Zeitraum anhalten.


Der RSI ist hervorragend geeignet, um Extremzonen im Markt zu identifizieren. Diese Zonen deuten auf potenzielle Wendepunkte hin – also auf das Ende von Wellenbewegungen oder überdehnter Impulsphasen. Auch bei Korrekturen kann er helfen, Zwischenziele oder die Vollendung einer Sub-Welle zu bestimmen.

Wie der RSI interpretiert werden kann:

  • Überkauft (>70): Der Markt könnte bald eine Korrektur einleiten.

  • Überverkauft (<30): Der Markt könnte bald nach oben drehen.

  • Divergenzen: Besonders wertvoll für unsere Analyse, da sie oft Wendephasen signalisieren. Vor allen Dingen Divergenzen in den Extrembereichen (<30 und >70) haben eine starke Aussagekraft.

Bei der Interpretation des RSI spielen Divergenzen eine zentrale Rolle:

  • Bärische Divergenz: Der Kurs bildet ein neues Hoch aus, während der RSI kein neues Hoch ausbaut. Dies signalisiert abnehmendes Momentum und könnte entsprechend für ein potenzielles Top sprechen.

  • Bullische Divergenz: Der Kurs bildet ein neues Tief aus, während der RSI kein neues Tief ausbaut. Dies signalisiert abnehmenden Verkaufsdruck und könnte demzufolge für einen potenziellen Boden sprechen.

Warum kann der RSI der EW-Analyse „widersprechen“?


Der RSI zeigt häufig Extremzonen oder Divergenzen an, während ein Elliott-Wellen-Zyklus strukturell noch nicht beendet ist. Das liegt daran, dass sich RSI auf kurzfristige Schwankungen konzentriert und keine Aussage über Wellenstrukturen trifft. Eine stark impulsive Sub-Welle in einer laufenden Hauptwelle kann bereits überkaufte Zustände zeigen, obwohl die eigentliche Welle selbst noch nicht abgeschlossen ist.

Momentum-Squeeze-Indikator, kurz: SQZMOM

 

Der SQZMOM (Momentum-Squeeze-Indikator) erkennt Phasen niedriger Volatilität und misst das Momentum einer potenziellen aufkommenden Bewegung. Er basiert auf dem bekannten „Squeeze“-Konzept, verwendet aber eine eigene Momentum-Berechnung, um die Stärke und Richtung eines Ausbruchs zu visualisieren. Hierzu kombiniert er die Logik von Bollinger-Bands und Keltner-Channels – zur Bestimmung des „Squeeze“, was durch farbige Punkte auf der Nulllinie markiert wird – mit einer eigentlichen Momentum-Komponente, die sich grafisch durch farbige Balken oberhalb oder unterhalb der Nulllinie zeigt.


Der SQZMOM ist ideal, um zu erkennen, wann sich eine größere Bewegung ankündigt und in welche Richtung sie mit hoher Wahrscheinlichkeit verläuft. Das ist besonders hilfreich zur Bestätigung impulsiver Elliott-Wellen (z. B. Welle 3 oder C) oder zur Einschätzung, ob eine korrektive Bewegung abgeschlossen ist. Die Farbgebung des Indikators erlaubt eine schnelle visuelle Bewertung von Stärke und Richtung.

Wie der SQZMOM interpretiert werden kann:

  • Squeeze-On: Der Markt befindet sich in einer Phase geringer respektive zusammenziehender Volatilität. Dies zeigt sich durch die roten Punkte entlang der Nulllinie und deutet auf einen potenziell bevorstehenden Ausbruch hin.

  • Squeeze-Off: Sobald die Farbe der Punkte auf der Nulllinie von rot auf türkis wechseln, signalisiert das den Beginn einer Volatilitäts-Expansion.

Bei der Interpretation des SQZMOM spielen Divergenzen eine zentrale Rolle:

  • Eine bullische Divergenz liegt vor, wenn der Kurs ein neues Tief ausbildet, der SQZMOM jedoch bereits abflachende rote Balken zeigt. Dies signalisiert abnehmenden Verkaufsdruck und könnte für einen baldigen Trendwechsel zur Oberseite sprechen.

  • Eine bärische Divergenz entsteht, wenn der Kurs ein neues Hoch ausbaut, der SQZMOM aber abnehmende grüne Balken zeigt. Dies deutet auf abnehmende Kaufkraft hin und könnte für einen baldigen Trendwechsel zur Unterseite sprechen.

Warum kann der SQZMOM der EW-Analyse „widersprechen“?


Der SQZMOM misst Momentum und Volatilitätsveränderungen, nicht aber Marktpsychologie oder Struktur. In korrektiven (Anstiegs-)Phasen – beispielsweise im Falle einer sich ausrollenden Welle B – kann das Momentum dennoch kurzfristig zunehmen, was zu einem bullischen SQZMOM-Signal führt, obwohl der Elliott-Kontext einen übergeordneten Abwärtstrend erwartet. Auch hier gilt: Der SQZMOM ist reaktiv, während die EW-Analyse strukturell-zyklisch und antizipativ agiert.

Integration der Indikatoren in unsere (Elliott-Wellen-)Analysephilosophie


Die drei Indikatoren beruhen auf unterschiedlichen Berechnungsansätze, ergänzen sich gegenseitig und liefern wertvolle Zusatzinformationen, sollten aber niemals isoliert verwendet werden. In Verbindung mit der Elliott-Wellen-Analyse helfen sie uns, Unsicherheiten zu reduzieren, Wahrscheinlichkeiten zu gewichten und Einstiege/Exits besser zu terminieren. Gleichzeitig ist wichtig zu verstehen: Indikatoren sind reaktive Werkzeuge, die auf Kursdaten beruhen – während unsere Wellenanalyse auf Marktpsychologie und zyklischer Struktur aufbaut und somit vorausschauender agiert.

Abschließend möchten wir Ihnen noch einen kurzen Einblick in die heute erstmals an die Abonnenten der oben genannten Produkte versendeten Indikatorenanalysen geben – am Beispiel des Futures-Kurses des Technologieindex Nasdaq.

Der Nasdaq-Indikatoren-Chart mit den Indikatoren MACD, RSI und SQZMOM. 

Nasdaq-Indikatorenanalyse

Wie aus dem Indikatoren-Chart hervorgeht, hat der MACD jüngst ein bullisches Crossover vollzogen – erkennbar an der aufwärts gerichteten MACD-Linie sowie dem positiven Histogramm. Der RSI bewegt sich aktuell oberhalb der 70er-Marke und signalisiert damit eine bestehende Aufwärtsdynamik, die jedoch auf ein baldiges Hoch zulaufen könnte. Wie rechts im Indikatoren-Sheet zu erkennen, verläuft die MACD-Linie auf Wochenbasis mit steigender Tendenz. Der RSI steigt auf dieser Zeitebene ebenfalls, überschreitet dabei die 70er-Marke und befindet sich somit im Extrembereich. Damit signalisiert der RSI einen überkauften Zustand, was – wie oben bereits angemerkt – auf eine alsbaldige Umkehr hindeuten könnte. Auch der Momentum-Squeeze-Indikator verzeichnet weiter ansteigende Balken, die für eine (zunächst) anhaltende Aufwärtsdynamik unter erhöhter Volatilität – erkennbar an den türkisfarbenen Punkten auf der Nulllinie – sprechen. Dies bekräftigt unsere primäre Annahme, dass der Wert imminent ein Top mit der türkisen Welle B ausbauen und entsprechend in die Abwärtsbewegung der Folgewelle C übergehen sollte.

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Florian Winter

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