Dank Kartell-Sieg: Google integriert Gemini in Chrome
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Dank Kartell-Sieg: Google integriert Gemini in Chrome

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Carlo Schmid

Die wichtigsten Punkte

Google baut seine Künstliche Intelligenz Gemini direkt in den Chrome-Browser ein. Nutzer in den USA mit Mac- oder Windows-Geräten und englischer Spracheinstellung erhalten die neuen Funktionen zuerst. Gemini kann Webseiten erklären, Inhalte aus mehreren Tabs zusammenfassen, kürzlich geschlossene Seiten wiederherstellen und enger mit Diensten wie Google Maps, YouTube oder dem Kalender zusammenarbeiten. Der Schritt erfolgt kurz nach einem Kartell-Urteil in den USA, bei dem Google einer Zerschlagung entging, gleichzeitig aber Auflagen zur Öffnung gegenüber Wettbewerbern akzeptieren musste.

Google kündigt die Integration an

Google hat angekündigt, dass sein Sprachmodell Gemini ab sofort ein fester Bestandteil von Chrome wird. Zunächst betrifft das die Desktop-Version für Mac und Windows in den USA, weitere Märkte sollen später folgen. Für viele Nutzer ist das eine große Veränderung, weil Chrome mit über 60 Prozent Marktanteil der meistgenutzte Browser der Welt ist. Wenn also dort ein KI-Assistent eingebaut wird, erreicht er sofort Hunderte Millionen Menschen. Google erklärt, dass Gemini im Alltag helfen soll: Wer etwa mehrere Tabs geöffnet hat, kann sich eine Zusammenfassung erstellen lassen, ohne alle Texte selbst lesen zu müssen. Auch eine Funktion, kürzlich geschlossene Seiten wiederzufinden, soll den Umgang mit dem Browser erleichtern. Gemini wird so nicht nur ein separates KI-Tool, sondern zu einem Kernbestandteil des Internetsurfens.

Neue Funktionen von Gemini in Chrome

Mit der Integration bringt Google eine ganze Reihe an Funktionen in den Browser. Nutzer können Webseiten durch Gemini einfacher verstehen lassen, indem das System Inhalte in eigenen Worten erklärt. Wer parallel viele Tabs offen hat, etwa beim Online-Shopping oder bei der Recherche für die Arbeit, kann sich eine Übersicht über alle geöffneten Seiten geben lassen. Auch das Wiederherstellen versehentlich geschlossener Tabs soll einfacher werden. Zudem kann Gemini Informationen erkennen, die auf dem Bildschirm stehen, und entsprechende Aktionen vorschlagen – beispielsweise Adressen in Google Maps anzeigen oder Videoinhalte mit YouTube verknüpfen.

Laut The Verge wird dafür keine gesonderte kostenpflichtige Mitgliedschaft benötigt. Später plant Google noch umfangreichere Funktionen, sogenannte agentische Aufgaben. Das bedeutet, dass Gemini komplexere Dinge eigenständig erledigen könnte, zum Beispiel einen Termin mit Freunden zu organisieren oder eine Lieferung umzubuchen. Google betont aber, dass es für risikoreiche Schritte Schutzmechanismen geben wird, damit der Nutzer die Kontrolle behält.

Verfügbarkeit und Rollout

Zum Start steht Gemini in Chrome ausschließlich US-Nutzern mit englischer Spracheinstellung zur Verfügung. Genutzt werden kann es auf Mac- und Windows-Computern, wobei Google den Rollout schrittweise anlegt. Unternehmen sollen in den kommenden Wochen ebenfalls Zugriff bekommen – dafür wird Gemini in die Google-Workspace-Produkte integriert, also in Anwendungen wie Gmail, Docs oder den Kalender. Für Mobilgeräte plant Google ebenfalls eine Ausweitung: Auf Android ist Gemini bereits eingebaut, in der iOS-Version von Chrome soll es in Kürze folgen. Damit verfolgt Google das Ziel, den KI-Assistenten auf allen Plattformen verfügbar zu machen, sodass Nutzer ein einheitliches Erlebnis haben – egal, ob sie mit dem Smartphone oder mit dem Laptop surfen.

Tiefe Verknüpfung mit Google-Diensten

Ein zentrales Element der Integration ist die engere Verbindung von Gemini mit anderen Google-Apps. Der Assistent kann künftig Informationen, die auf dem Bildschirm erscheinen, direkt in Google-Dienste übertragen. Beispiel: Wenn eine Adresse in einem Text steht, kann Gemini diese automatisch mit Google Maps verknüpfen. Oder wenn ein Termin erwähnt wird, lässt sich dieser direkt in den Google-Kalender eintragen. Auch die Nutzung von YouTube soll einfacher werden, wenn etwa zu einem Thema passende Videos vorgeschlagen werden. Außerdem integriert sich die KI künftig nahtlos in Google Workspace. Das könnte die tägliche Arbeit erleichtern, etwa indem Mails zusammengefasst, Präsentationen vorbereitet oder Dokumente analysiert werden. Google verfolgt damit laut eigenen Aussagen das Ziel, Gemini in die Breite zu bringen und als Standard-Werkzeug in den digitalen Alltag einzubinden.

Hintergrund: Das Kartell-Urteil in den USA

Die Entscheidung, Gemini jetzt tief in Chrome einzubauen, steht in einem engen zeitlichen Zusammenhang mit einem Kartellverfahren in den USA. Ein Gericht in Washington entschied kürzlich, dass Google nicht zu einer Zerschlagung gezwungen wird. Damit musste der Konzern weder Chrome noch sein Android-Betriebssystem verkaufen. Allerdings gibt es klare Auflagen: Google darf bestimmte exklusive Verträge mit Hardware- und Browserherstellern nicht mehr schließen. Zudem muss das Unternehmen Wettbewerbern Zugang zu wichtigen Daten geben, damit diese faire Chancen auf dem Markt haben. Zahlungen an Partner wie Apple, damit die Google-Suche standardmäßig voreingestellt bleibt, sind hingegen weiter erlaubt. Dieses Urteil verschafft Google zwar etwas Luft, setzt das Unternehmen aber gleichzeitig unter Druck, den Wettbewerb nicht zu behindern. Die enge Integration von Gemini in Chrome könnte deshalb auch als Signal verstanden werden, dass Google seine Dominanz nutzen will, um Innovationen in den Vordergrund zu stellen.

Konkurrenz durch andere KI-Browser

Die Entscheidung von Google ist Teil eines größeren Trends. Mehrere Unternehmen arbeiten derzeit daran, Künstliche Intelligenz direkt in Browser zu integrieren. OpenAI etwa entwickelt mit “ChatGPT Agent” eine eigene Lösung, die ebenfalls Aufgaben selbstständig erledigen kann. Das Start-up Perplexity hat mit dem “Comet-Browser” ein Produkt vorgestellt, das ähnlich funktioniert. Nachdem das Unternehmen ein Milliarden-Angebot vorgelegt hatte, um den Chrome Browser zu kaufen. Auch Anthropic testet Funktionen, bei denen KI den Computer eigenständig steuert. All diese Entwicklungen zeigen, dass ein Wettlauf begonnen hat: Wer es schafft, KI direkt in das Surferlebnis einzubinden, könnte einen entscheidenden Vorteil im Kampf um Nutzer gewinnen.

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Carlo Schmid

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