Apple erstmals Nummer eins bei Smartphones
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Apple erstmals Nummer eins bei Smartphones

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Simeon Koch

Apple hat 2023 knapp 235 Millionen iPhones verkauft und ist damit weltgrößter Smartphone-Anbieter. Zum ersten Mal nach mehr als zehn Jahren luchste der nordamerikanische Tech-Riese seinem südkoreanischen Konkurrenten Samsung die Krone im Handy-Markt ab. Laut Berechnungen der US-Analysefirma IDC setzte Samsung in den vergangenen zwölf Monaten rund 227 Millionen Geräte ab, im Jahr 2022 waren es noch knapp 260 Millionen gewesen – ein Rückgang um rund 14 Prozent. Apple hingegen konnte den Absatz um etwa vier Prozent steigern, im Vergleich zu gut 230 Millionen verkauften iPhones 2022. Gleichzeitig wuchs der Markenwert des Macintosh-Entwicklers um atemberaubende 74 Prozent auf nun $517 Milliarden Dollar. In absoluten Zahlen bedeutet das eine Zunahme um satte $219 Milliarden. Anderen Produktlinien droht derweil Ungemach: In einem Patentstreit um ein Apple-Watch-Programm musste Apple klein beigeben. Und eine Klage von Spotify gegen den App Store könnte zu einer empfindlichen Strafe führen.

Apple dominiert den Markt – und ist wertvollste Marke der Welt

Anfang des vergangenen Jahres vermeldeten Marktforscher, dass die weltweiten Smartphone-Verkäufe deutlich rückläufig seien. Der globale Markt sei um mehr als zehn Prozent geschrumpft, nur ein Segment wachse stetig: Premium-Geräte mit einem Einzelpreis ab $600, die bereits mehr als die Hälfte des globalen Smartphone-Umsatzes ausmachen würden. Mit 75 Prozent Marktanteil war Apple in diesem Segment schon damals weltweit unangefochtener Spitzenreiter, 2022 entfielen acht von zehn Plätzen in der Bestenliste der meistverkauften Smartphone-Modelle auf iPhones. Im vierten Quartal 2023 wuchs der Gesamtmarkt dann zum ersten Mal seit Juni 2021 – nachdem die kumulierten Verkaufszahlen aller Hersteller 27 Monate in Folge gefallen waren. Während die Nachfrage nach iPhones schon in den Vormonaten kontinuierlich gestiegen war, übertrumpfte Apple den ewigen Rivalen Samsung im Weihnachtsgeschäft dann endgültig.

Laut IDC stieg der iPhone-Absatz in den letzten Wochen des vergangenen Jahres um knapp zwölf Prozent auf über 80 Millionen Geräte. Samsung hinkte mit 53 Millionen und einem Minus von elf Prozent deutlich hinterher. Apple erlebte aber nicht nur in Sachen Smartphones ein formidables Jahr. So gab das Londoner Analysehaus Brand Finance Mitte Januar bekannt, dass Apple den Thron als wertvollste Marke der Welt zurückerobert habe, nachdem sich Amazon infolge des Tech-Krisenjahres 2022 vorübergehend an die Spitze der weltweiten Top-500-Liste gesetzt hatte. Damals hatte Apple knapp $60 Milliarden Dollar an Markenwert verloren, Amazon schnitt mit einem Wertverlust von gut $50 Milliarden ein wenig besser ab, was für den Platz an der Sonne reichte. Nun meldete Apple sich mit $219 Milliarden Dollar Wertzuwachs fulminant zurück, was einer Steigerung von 74 Prozent auf nunmehr knapp $520 Milliarden Dollar Gesamtbewertung gleichkommt. Damit manifestiert sich nicht nur der beträchtliche Aufwärtstrend des Tech-Sektors im vergangenen Jahr, sondern auch Apples deutliche Expansion, die sich ebenfalls im Börsenwert niederschlägt.

Patente und Musik – Apple droht gerichtliche Strafe

Erst im letzten Sommer knackte Apple als erstes Börsenunternehmen der Welt die Schallmauer der $3 Billionen, wurde vergangene Woche nach einem leichten Rückgang aber wieder von Microsoft eingeholt. Aktuell liefern sich beide ein Kopf-an-Kopf-Rennen knapp unterhalb der $3-Billionen-Marke. Zum Vergleich: Der deutsche Leitindex DAX hat eine Gesamtbewertung von knapp $2 Billionen. Vor gut zehn Jahren war Apple noch doppelt so viel wert gewesen wie Microsoft. Der Software-Gigant holte in den letzten Jahren durch erfolgreiche Integration von Künstlicher Intelligenz und die lukrative Partnerschaft mit dem ChatGPT-Entwickler OpenAI aber kräftig auf. Der Verlust der Börsenspitze an Microsoft ist allerdings nicht die einzige schlechte Nachricht, die Apples Euphorie trotz der positiven Smartphone-Statistiken erstmal trüben könnte.

Nicht nur vermeldete der Tech-Riese im vergangenen November zum vierten Mal in Folge einen Umsatzrückgang pro Quartal. Auch droht nach einer Klage von Spotify bei der EU-Kartellbehörde eine saftige Geldstrafe. Der schwedische Streamingdienst wirft Apple vor, Nutzer daran zu hindern, vom App Store zu anderen Musikanbietern zu gelangen – und scheint damit gute Karten zu haben. Eine Strafe wegen wettbewerbswidriger Praktiken könnte sich auf bis zu 10 Prozent des Jahresumsatzes belaufen, der bei Apple zwischen $350 und $400 Milliarden beträgt. In diesem Fall wird die Entscheidung für die nächsten Wochen erwartet, ein anderer Rechtsstreit um ein Patentdelikt zwingt Apple hingegen schon jetzt, eine wichtige Fitness-Funktion seiner Smartwatches einzustellen, um die Geräte in den USA weiterhin verkaufen zu dürfen: Die nordamerikanische Medizintechnik-Firma Masimo hatte bei der US-Handelsbehörde Klage eingelegt, weil Apple eine von ihr patentierte Technologie zur Messung des Sauerstoffgehalts ohne gültige Lizenz in Fitness-Trackern einsetze.

Mit Künstlicher Intelligenz zurück an die Spitze?

Apple verlor den Patentstreit und hat die Software aktueller Modelle angepasst, nachdem im Dezember ein Importstopp der Apple Watch in die Vereinigten Staaten verhängt worden war. Die Einfuhren wurden bereits wieder aufgenommen, auch hier dürften die Verkäufe erneut anziehen. Schließlich profitiere Apple von einem seltenen Image-Vorteil, erklärte David Haigh, Vorsitzender und Geschäftsführer von Brand Finance, bei der Präsentation der Markenwert-Bestenliste. Grund dafür sei die Popularität im Luxussegment: „Apple hat seinen Markenwert durch strategische Diversifizierung und Premiumisierung gesteigert. Unseren Untersuchungen zufolge halten mehr als 50 Prozent der Befragten Apple für teuer, aber den Preis trotzdem für angemessen, was die Fähigkeit der Marke unterstreicht, einen Preisaufschlag zu verlangen.“

Außerdem vermuten Experten, dass die neu entbrannte Rivalität mit Microsoft den Fortschritt auf dem KI-Markt beflügeln werde, was zur weiteren Wertsteigerung des Unternehmens selbst und der eigenen Produkte führen dürfte. Im vergangenen Oktober wurde bekannt, dass Apple eine Milliardensumme in seine KI-Aufholjagd investieren will – vor allem, um das eigene Sprachmodell Siri aufzumotzen. Auf dem neuen iPhone 16 soll demnach schon ChatGPT-Technik des KI-Marktführers OpenAI laufen, in den ausgerechnet Microsoft groß investiert. Wie es mit den Aktien der weltweit größten Tech-Unternehmen rund um Apple und Microsoft weitergeht und wann der richtige Zeitpunkt zum Investieren ist, erfahren Sie in den regelmäßigen Analysen unseres Tech33-Pakets.

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Simeon Koch

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