Alphabet kämpft vor Gericht gegen Google-Aufspaltung
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Alphabet kämpft vor Gericht gegen Google-Aufspaltung

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Carlo Schmid

Die wichtigsten Punkte

In den USA läuft ein großer Prozess gegen Google. Das Justizministerium (DOJ) will, dass Google Teile seines Werbegeschäfts verkauft, weil das Unternehmen zu viel Macht in diesem Bereich habe. Besonders im Visier steht die hauseigene Anzeigenbörse AdX. Dort werden Werbeplätze in Millisekunden versteigert. Google soll diese Plattform unfair mit eigenen Diensten verknüpft haben. Google weist die Vorwürfe zurück und nennt die Forderungen „radikal“. Das Unternehmen bietet stattdessen kleinere Änderungen an. Nun muss ein Gericht entscheiden, welche Maßnahmen am Ende gelten sollen.

Was das Gericht schon entschieden hat

Die Richterin Leonie Brinkema hatte bereits festgestellt: Google hat im Bereich der Online-Werbung ein unrechtmäßiges Monopol. Das bedeutet, Google ist in diesem Geschäft so stark, dass andere Anbieter kaum eine echte Chance haben. Nun geht es nicht mehr darum, ob Google schuldig ist – das ist schon entschieden. Jetzt wird nur noch darüber verhandelt, welche Folgen dieses Urteil für Google haben soll.

Warum das Justizministerium eingreift

Das US-Justizministerium will erreichen, dass der Wettbewerb im Online-Werbemarkt wieder fair wird. Aus Sicht der Behörde kontrolliert Google gleich mehrere wichtige Bereiche:

Den Ad-Server für Webseiten, auf dem Werbeplätze verwaltet werden.

Die Anzeigenbörse AdX, in der Werbeflächen gehandelt werden.

Und zusätzlich Tools für Werbekunden.

Wer also online Werbung schalten oder verkaufen will, kommt fast nicht an Google vorbei. Laut DOJ führt das dazu, dass Verlage hohe Gebühren zahlen müssen und andere Anbieter kaum mithalten können. Darum fordert die Behörde, dass Google Teile des Geschäfts abstößt, besonders AdX.

Googles Verteidigung

Google widerspricht. Das Unternehmen sagt: Ein Verkauf wichtiger Teile würde dem Markt schaden und alles noch komplizierter machen. Stattdessen schlägt Google vor, Verhaltensregeln einzuhalten. Zum Beispiel sollen Wettbewerber leichter auf Googles Plattformen zugreifen können. Außerdem verweist Google darauf, dass die Werbebranche sich ohnehin stark verändert – auch durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei Konkurrenten. Google hat angekündigt, das Urteil insgesamt anzufechten, wenn das Gericht konkrete Maßnahmen beschließt.

Parallelen zu einem anderen Verfahren

Erst vor Kurzem gab es ein ähnliches Kartellverfahren – diesmal gegen Googles Suchmaschine. Auch dort ging es um den Vorwurf, Google halte ein Monopol. In diesem Fall verlangten Kritiker sogar, dass Google seinen Chrome-Browser verkaufen müsse. Das Gericht lehnte aber so harte Maßnahmen ab und entschied sich für mildere Auflagen. Richterin Brinkema hat die Parteien nun gebeten, zu erklären, was dieses Such-Urteil für den aktuellen Fall bedeutet.

Stimmen von außen

Ein Vertreter des US-Verlagsnetzwerks Advance Local erklärte, dass Google durch seine vielen Dienste in der Werbung immer einen Vorteil habe. Aus seiner Sicht würde nur eine echte Trennung – also der Verkauf von AdX – dafür sorgen, dass andere Anbieter wieder eine faire Chance hätten. Reine Verhaltensregeln von Google seien nicht genug.

Der Blick nach Europa

Auch in Europa gab es schon ähnliche Diskussionen. Dort hatte Google sogar kurzzeitig überlegt, AdX zu verkaufen, um ein Verfahren zu beenden. Interne Unterlagen darüber könnten nun auch im US-Prozess wichtig werden. Das zeigt: Die Debatte über Googles Werbemacht betrifft nicht nur die USA, sondern die ganze Welt.

Wie es jetzt weitergeht

Das Gericht in Virginia hört in den kommenden Wochen Zeugen und prüft Beweise. Danach müssen beide Seiten schriftlich darlegen, wie sie die möglichen Lösungen sehen. Am Ende entscheidet die Richterin, ob Google Teile seines Geschäfts verkaufen muss oder ob mildere Maßnahmen reichen. Klar ist: Ganz gleich, wie die Entscheidung ausfällt, der Streit wird wohl noch Jahre dauern, weil beide Seiten Rechtsmittel einlegen wollen.

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Carlo Schmid

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